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Atradius-Befragung: Jedes vierte deutsche Unternehmen erwartet schlechtere Zahlungsmoral in den nächsten zwölf Monaten





Unsicherheitsfaktoren wie der Brexit, ein möglicher
US-Protektionismus sowie die Abkühlung der chinesischen Konjunktur
veranlassen besonders deutsche Unternehmen dazu, die Vorkehrungen zum
Schutz ihrer Liquidität zu erhöhen. Das geht aus dem aktuellen
Zahlungsmoralbarometer Westeuropa des Kreditversicherers Atradius
hervor. Angesichts der Unwägbarkeiten intensivieren 23 % der
befragten Firmen hierzulande schon heute ihr Kreditmanagement, um
ihre Forderungen besser zu schützen (Durchschnitt Westeuropa: 18 %).
27 % der deutschen Studienteilnehmer erwarten in den kommenden zwölf
Monaten eine Verschlechterung des Zahlungsverhaltens ihrer
Firmenkunden im In- und Ausland; nur 9 % hingegen rechnen mit einer
Verbesserung.

(Logo: http://photos.prnewswire.com/prnh/20150513/743985 )

Im Zusammenhang mit dem Brexit gaben 22 % der befragten deutschen
Unternehmen an, Forderungen verstärkt durch Kreditversicherungen
decken zu wollen; 30 % beabsichtigen die Bonität ihrer Kunden
intensiver prüfen. Zum Schutz vor den Folgen eines möglichen
US-Protektionismus ziehen 31 % in Betracht, die Bonität ihrer Kunden
vermehrt zu kontrollieren, 28 % wollen auch andere Risikofaktoren im
weiteren Umfeld der Abnehmer intensiver beobachten. Wegen der
Konjunkturabkühlung Chinas gaben 27 % der deutschen Befragten an, die
Bonität der Abnehmer intensiver in den Blick zu nehmen, 23 %
beabsichtigen, andere Risikofaktoren im weiteren Umfeld genauer zu
beobachten.

Ergebnisse Westeuropa: Zahlungsverzögerungen nehmen zu

Neun von zehn der für das Atradius Zahlungsmoralbarometer
Westeuropa befragten Unternehmen berichteten, dass sie im vergangenen
Jahr von einem oder mehreren in- oder ausländischen Kunden zu spät
bezahlt worden sind (deutsche Studienteilnehmer: 92 %). Umgerechnet
41 % des Gesamtwerts der Außenstände wurden bei den
Studienteilnehmern erst nach Ablauf der Zahlungsfrist beglichen
(Deutschland: 41 %), in der vergangenen Ausgabe der Publikation lag
dieser Wert noch bei 39 % (Deutschland: 40 %). Der Anstieg erklärt
sich unter anderem damit, dass Abnehmer derzeit dazu tendieren, sich
mehr Zeit zu lassen, um ihre Rechnungen zu bezahlen. In der Folge
reduzierten sich die Geschäfte, bei denen ein Lieferantenkredit
gewährt wurde, um 2 % in Europa.

Laut Befragung stieg die durchschnittliche Forderungslaufzeit
(Zeitraum zwischen Rechnungsstellung und Forderungseingang) in
Westeuropa bei inländischen Firmenkunden von 54 Tagen im Jahr 2014
auf 59 Tage im Jahr 2016. Bei ausländischen Abnehmern erhöhte sich
die durchschnittliche Forderungslaufzeit im selben Zeitraum von 52
auf 53 Tage. Dass insgesamt 43 % der Studienteilnehmer inländischen
Kunden Zahlungsziele gewährten – gegenüber 35 % ausländischen –
zeigt, dass das Vertrauen in inländische Abnehmer insgesamt höher ist
– trotz der zunehmenden Forderungslaufzeit. Als Gründe für
Zahlungsverzögerungen nannten 44 % der Studienteilnehmer
Liquiditätsengpässe seitens der Kunden, 26 % gaben an, dass ihre
Abnehmer offene Rechnungen als Finanzierungsmittel nutzen. 24 % der
Befragten teilten zudem mit, dass zu komplizierte
Überweisungsverfahren einer zeitigen Rechnungsbezahlung im Wege
stünden, was insbesondere im Auslandsgeschäft zutraf.

Offene Rechnungen immer häufiger als Finanzierungsinstrument
genutzt

Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius, kommentiert: „Da
der Zugang zu traditionellen Finanzierungen insgesamt schwieriger
geworden ist, nutzen Abnehmer häufiger offene Rechnungen bei ihren
Lieferanten und Dienstleistern als alternatives Finanzierungsmittel.
Mit steigendem Margen- und Liquiditätsdruck ist ein restriktiveres
Gewähren von Zahlungszielen oft die einzige Möglichkeit für
Lieferanten und Dienstleister, um ihre eigene Finanzlage stabil zu
halten. Zu empfehlen ist dieses Vorgehen, wenn sich die
Abnehmerbonität verschlechtert. Sollte das aber nicht der Fall sein,
gibt es effektivere Wege, um das eigene Kreditrisiko zu optimieren
und neue profitable Geschäftsmöglichkeiten zu verwirklichen, zum
Beispiel mithilfe unseres Online-Tools ““Atradius Insights““.“

Ohne eine signifikante Verbesserung des Insolvenzklimas insgesamt
ist auch der Gesamtwert der uneinbringlichen Forderungen in
Westeuropa mit 1,3 % nahezu stabil geblieben. Im vorherigen Atradius
Zahlungsmoralbarometer lag dieser Wert bei 1,4 %.

„Eines der auffälligsten Ergebnisse der Studie für Westeuropa ist,
dass bei vielen Unternehmen insbesondere Inlandsgeschäfte für einen
großen Teil der Forderungsausfälle sorgen. Es ist genauso wichtig,
sich gegen Forderungsausfälle durch heimische Abnehmer abzusichern
wie durch ausländische. Atradius hilft seinen Kunden dabei, ihr
Forderungsmanagement intelligenter und effektiver zu gestalten. Das
Ergebnis der zunehmenden Nutzung unserer Produkte und Services ist
eine höhere Profitabilität von Geschäften mit Lieferantenkrediten“,
sagt Andreas Tesch.

Das Zahlungsmoralbarometer von Atradius

Atradius erhebt mit seinem Zahlungsmoralbarometer für Westeuropa
jedes Jahr Informationen über das Zahlungsverhalten im
Firmengeschäft. Für die aktuelle Ausgabe wurden rund 2.800
Unternehmen in 13 Ländern zu den Zahlungserfahrungen mit ihren Kunden
befragt. Genauer betrachtet wurden dabei Trends bei der Durchführung
des Forderungsmanagements, wahrgenommene Schwierigkeiten in puncto
Rentabilität, die Forderungslaufzeit und nicht zuletzt die
Zahlungsmoral, unterteilt nach Branchen und Unternehmensgrößen.

Die gesamten Ergebnisse des Atradius Zahlungsmoralbarometers für
Deutschland finden Sie auf http://www.atradius.de im Menüpunkt
Publikationen. Die Gesamtergebnisse für Westeuropa stehen auf
http://www.atradius.com online.

Über Atradius

Die Atradius Gruppe bietet weltweit Kreditversicherung,
Bürgschaften und Inkassodienste an. Mit 160 Büros in mehr als 50
Ländern hat Atradius Zugang zu Bonitätsinformationen von mehr als 240
Millionen Firmen weltweit. Das Produktangebot hilft Unternehmen auf
der ganzen Welt, sich vor Forderungsausfällen zu schützen, wenn
Kunden gelieferte Waren oder erbrachte Dienstleistungen nicht
bezahlen können. Atradius ist Teil der Grupo Catalana Occidente
(GCO.MC), die in Spanien zu den größten Versicherern und weltweit zu
den größten Kreditversicherern gehört. http://www.atradius.de

Für weitere Informationen:

Atradius Kreditversicherung

Astrid Goldberg

Pressesprecherin

Telefon: +49-(0)-221-2044 – 2210

E-Mail: astrid.goldberg@atradius.com

Atradius Kreditversicherung

Stefan Deimer

Pressereferent

Telefon: +49-(0)-221-2044 – 2016

E-Mail: stefan.deimer@atradius.com

Original-Content von: Atradius N.V., übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: http://www.88news.de/?p=1478996

Erstellt von an 11 Apr 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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