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Dienstwagencheck der Deutschen Umwelthilfe: Drei „Grüne Karten“ für Leitung des Umweltbundesamtes, der Bundesanstalt für Gewässerkunde sowie des Bundespresseamtes





DUH untersuchte den CO2-Ausstoß der Dienstfahrzeuge
sowie Mobilitätsstrategien von 29 deutschen Bundesbehörden und 18
öffentlichen Unternehmen und Landesbanken – Acht öffentliche
Unternehmen bzw. Landesbanken verweigern die Auskunft und setzen
erneut auf Intransparenz – Erfreuliche Entwicklung bei den
Mobilitätsstrategien: DUH würdigt vorbildliche ““Best Practice““
Beispiele – DUH-Bundesgeschäftsführer Resch fordert ab 2017 Stopp der
Anschaffung von Diesel-Pkw für alle öffentlich finanzierten
Institutionen

Zum sechsten Mal stellt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die
Ergebnisse ihrer jährlichen Dienstwagenstudie unter Bundesbehörden,
öffentlichen Unternehmen und Landesbanken vor (zur den Ergebnissen:
http://l.duh.de/p170104). Die Umwelt- und
Verbraucherschutzorganisation untersuchte bei den Behörden den
CO2-Ausstoß der Dienstwagen der Leitung sowie der Gesamtflotte. Bei
den öffentlichen Unternehmen und Landesbanken analysierte sie
zusätzlich den CO2-Ausstoß der Vorstandsflotte.

Die DUH zeichnet 2016 nur drei Behördenleiter mit einer „Grünen
Karte“ aus. Vorrausetzung für die Auszeichnung ist die
Unterschreitung eines CO2-Ausstosses von unter 124 g/km sowie
Elektro-, Erdgas-, Benzin-Hybrid oder Benzinantrieb. Diesel-Pkw
werden wegen ihrer hohen Realemissionen vom giftigen Dieselabgas
Stickstoffdioxid (NO2) grundsätzlich abgewertet und erhalten generell
keine „Grüne Karte“.

„Es freut uns, dass neben den beiden Präsidentinnen von
Umweltbehörden auch Steffen Seibert vom Bundespresseamt mit positivem
Beispiel voranfährt und zeigt, dass man auch ohne schmutzigen
Dieselantrieb mobil sein kann. Nachdem viele europäische
Stadtverwaltungen und zuletzt unser Nachbar Luxemburg das ““Aus““ für
Diesel-Behördenfahrzeuge beschlossen haben, fordert die DUH von allen
öffentlich finanzierten Institutionen einen Stopp der Anschaffung von
Diesel-Pkw. Durch unsere Klagen werden wir Diesel-Fahrverbote ab 2018
durchsetzen. Behörden, Landesbanken und öffentliche Unternehmen
sollten diese Verkehrswende nicht verschlafen, sondern sobald wie
möglich auf umweltfreundliche Antriebsarten umsteigen“, sagt Jürgen
Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Den umweltfreundlichsten Dienstwagen fährt Maria Krautzberger vom
Umweltbundesamt mit einem Ausstoß von 102 g CO2/km. Der Dienstwagen
von Birgit Esser von der Bundesanstalt für Gewässerkunde hat einen
Ausstoß von 107 g CO2/km und landet damit auf dem zweiten Platz. Die
dritte „Grüne Karte“ geht an Steffen Seibert vom Presse- und
Informationsamt der Bundesregierung mit einem Ausstoß von 121 g
CO2/km. Steffen Seibert gehörte im letzten Jahr mit seinem
Dienstwagen und einem Ausstoß von 158 g CO2/km noch zu den
Schlusslichtern und verbesserte sich in diesem Jahr deutlich. Die
drei Ausgezeichneten setzen positive Akzente und erfüllen bei der
Wahl eines klimafreundlichen Dienstwagens eine wichtige
Vorbildfunktion.

Enttäuschend fällt dagegen das Ergebnis bei den Chefs der
öffentlichen Unternehmen und Landesbanken aus: Von den 18 befragten
öffentlichen Unternehmen und Landesbanken verweigerten acht der DUH
die Auskunft, die Mehrheit der übrigen Unternehmenschefs verfehlt bei
der Wahl ihrer Dienstwagen klar die EU-Klimaziele von 130 g CO2/km.

Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für
Arbeit und Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wurde
als Schlusslicht aus dem Jahr 2015 von Tanja Gönner,
Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit GmbH, abgelöst. Ihr Dienstwagen stößt 158 g CO2/km aus
und liegt deutlich über dem EU-Grenzwert von 130 g CO2/km.
Frank-Jürgen Weise verbesserte sich zwar zum Vorjahr von 169 g CO2/km
auf 142 g CO2/km, dennoch ist auch dieser Wert stark
verbesserungsfähig.

Eine positive Entwicklung ist dagegen beim durchschnittlichen
Flottenausstoß erkennbar. Sowohl für die Behörden als auch für die
Landesbanken und öffentlichen Unternehmen lässt sich dieses Jahr ein
durchschnittlicher Ausstoß von 123 g CO2/km verzeichnen.
Spitzenreiter ist die BwFuhrparkService GmbH mit einem
durchschnittlichen Flottenausstoß von 97 g CO2/km, gefolgt vom
Bundesamt für Naturschutz mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß
von 99 g/km. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit hat mit einem durchschnittlichen Ausstoß von
187 g CO2/km bei weitem die klimaschädlichste Flotte und hat sich zum
Vorjahr sogar noch um 7 g CO2/km verschlechtert.

Die DUH untersuchte zudem, mit welcher Mobilitätsstrategie die
Behörden und Unternehmen Dienstreisen vermeiden, ihre Mobilität auf
umweltfreundlichere Verkehrsträger verlagern oder Anreize zum
Verzicht oder zur Wahl eines weniger schädlichen Dienstwagens geben.
Als zukunftsweisend schätzt die DUH die Ansätze der Bundesanstalt für
Landwirtschaft und Ernährung, der Bundesdruckerei GmbH, der Deutschen
Bundesbank, der Deutschen Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit GmbH und des Umweltbundesamtes ein, die jeweils in
drei von fünf Kategorien vorbildliche Anreize setzen. Besonders
lobenswert ist die Bundesdruckerei GmbH, die bereits in vier
Kategorien einen innovativen Ansatz verfolgt. Dienstwagenberechtigte
Mitarbeiter haben zum Beispiel die Möglichkeit, anstelle eines
Dienstwagens eine BahnCard 100 zu wählen und damit klimafreundlich
mobil zu sein. Zudem konnte das öffentliche Unternehmen mit einem
festen CO2-Grenzwert überzeugen und der Festlegung auf einen
maximalen Flottengesamtausstoß von 90 g CO2/km für 2020. Auch der
Radverkehr wird zunehmend unterstützt: Die Bundesanstalt für
Landwirtschaft und Ernährung stellt Dienstfahrräder zur Verfügung und
fördert die Nutzung privater Fahrräder durch eine Nutzungspauschale.
Das Umweltbundesamt bietet den Beschäftigten zusätzlich Dusch- und
Umkleidemöglichkeiten und einen Fahrradreparaturservice an. Besonders
engagiert zeigen sich auch die Deutsche Bundesbank und die Deutsche
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, die
Mobilitätstage für ihre Mitarbeiter anbieten und die Elektromobilität
durch mit Ökostrom betriebene Ladesäulen fördern.

Hintergrund:

Der EU CO2-Flottenzielwert von 130 g /km wird bis zum Jahr 2020
auf 95 g CO2/km verschärft. Die DUH passt daher für die
Dienstwagenumfrage ihre Bewertungskriterien jährlich schrittweise an
und verschärft diese. Für den Erhalt einer „Grünen Karte“ liegt der
Wert in diesem Jahr bei 124 g CO2/ km – bezogen auf alle
Antriebsarten außer Diesel.

Das Ranking stützt sich wie in den letzten Jahren auf die
offiziellen beim Kraftfahrt-Bundesamt hinterlegten Angaben zum
durchschnittlichen CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer (g/km). Bei
Elektro-Pkw sowie Plug-In Hybriden legt die DUH die mit der
Stromerzeugung verbundene durchschnittliche CO2-Emission laut
Berechnungen des Umweltbundesamtes zugrunde. Eine Berücksichtigung
individueller Tank- bzw. Strombezugsquellen (Biodiesel
beziehungsweise Ökostrom) unterbleibt, da ansonsten ein Vergleich des
Energieverbrauchs und der durch den Gebrauch der Fahrzeuge
verursachten CO2-Emissionen unmöglich gemacht würde.

Weitere Informationen:
Zu den Ergebnistabellen: http://l.duh.de/p170104
Zu den DUH-Dienstwagenumfragen: http://www.duh.de/dienstwagencheck/

Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

Laura Krug, Projektmanagerin Verkehr und Luftreinhaltung
030 2400867-736, krug@duh.de

DUH-Pressestelle:
Ann-Kathrin Marggraf, 030 2400867-20, presse@duh.de www.duh.de,
www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: https://www.88news.de/?p=1441100

Erstellt von an 4 Jan 2017. geschrieben in Auto/Verkehr. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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