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Digital Auto Report 2017: Exponentielles Wachstum neuer Mobilitätsdienste schafft bis 2030 Marktvolumen von über 2 Billionen Euro weltweit





Anteil der Autohersteller an der
Industriewertschöpfung sinkt auf unter 50% / Elektrofahrzeuge ab 2025
günstiger als Verbrenner-Modelle / 2030 in Europa 36% aller
gefahrenen Kilometer in geteilten und 42% in autonomen Fahrzeugen /
Rückgang des Autobestands im Markt um 25% / Mobilität wird zum
umkämpften lokalen Dienstleistungsgeschäft

Die 2017 vorgestellten Automodelle zeigen deutlich, dass die
Hersteller ihren Fokus endgültig auf autonome, vernetzte und
elektrische Autos ausrichten. Schon 2025 werden Schätzungen zufolge
58% aller neu gekauften Autos in Europa, den USA und China elektrisch
oder hybrid angetrieben sein. Bereits heute gelten dort über 85%
aller Neuwagen als vernetzt, 2025 werden allein auf den Straßen
Europas, der USA und Chinas über 470 Millionen vernetzte Fahrzeuge
unterwegs sein. Die ersten „Roboterautos“ (serienreife autonom
fahrende Fahrzeuge) werden ab 2023 (Level 4) bzw. 2028 (Level 5)
erwartet und bis 2030 sollen rund 80 Millionen davon in den genannten
Regionen Teil des Straßenverkehrs sein – dies sind einige der
zentralen Ergebnisse des „Digital Auto Reports 2017“ von Strategy&,
PwCs Strategieberatungsteam. Die Zukunft gehört der „Shared
Mobility“: Durch die vernetzten und autonom fahrenden Autos entsteht
die sogenannte Roboconomy mit Mobilitätsangeboten und damit
verbundenen autobezogenen digitalen Diensten. Für diese werden Kunden
2030 jährlich weltweit rund 2,2 Billionen Euro ausgeben.

„Connected Cars gehören bereits heute zum Straßenbild und
elektrische sowie autonome Fahrzeuge stehen nur noch wenige Jahre vor
ihrem endgültigen Durchbruch. Wir gehen davon aus, dass Elektroautos
mit Blick auf die Gesamtkosten, bestehend aus Wertverlust,
Treibstoff, Wartung, Steuern und Versicherung, zwischen 2025 und 2030
günstiger werden als Verbrenner-Modelle. Insbesondere aus dem
Spannungsfeld von ““connected““ und ““autonom““ entwickelt sich in den
kommenden Jahren für die gesamte Automobilbranche in Form digitaler
Mobilitätsservices ein riesiger neuer Wirtschaftszweig“, kommentiert
Richard Viereckl, Managing Director bei Strategy& und Koautor der
Studie.

Der Übergang zu „Mobility as a Service“ beeinflusst mittelfristig
sowohl die Wertschöpfungskette der Automobilbranche als auch das
Mobilitätsverhalten der Kunden. Bis 2030 werden knapp 20% des
Profit-Potenzials im Mobilitätsmarkt von „Mobility as a
Service“-Dienstleistungen besetzt sein, was den Margendruck im
Segment der klassischen Autoproduktion weiter erhöht. In Zukunft
werden nur noch knapp 50% der Branchen-Wertschöpfung in der
Autoproduktion bzw. im Autoverkauf erbracht werden – heute sind es
noch rund 85%. Der restliche Anteil wird sich in den Bereichen
„Flottenmanagement“ und „Digitale Services“ abspielen. Bis 2030
werden auf Europas Straßen bereits 36% aller gefahrenen Kilometer in
geteilten und 42% in autonom fahrenden Autos zurückgelegt werden. Mit
einem Anteil von 16% im eigenen autonomen Fahrzeug zurückgelegte
Kilometer im Jahr 2030 haben die Europäer im internationalen
Vergleich das größte Interesse daran, autonome Fahrzeuge privat zu
besitzen (USA: 11%; China: 10%). Weil straßenbasierte Mobilität in
der Zukunft leichter verfügbar und bequemer wird, wird die Zahl der
gefahrenen Kilometer in den genannten Weltregionen im Vergleich zu
2017 bis 2030 um 23% steigen, doch gleichzeitig muss ein
Durchschnittshaushalt rund 10% weniger für Mobilität ausgeben. Durch
den raschen Aufbau von autonomen Auto-Flotten werden die
Autohersteller zwischenzeitlich bis zu 28% mehr Neuwagen als aktuell
verkaufen. Langfristig werden durch die geteilte Nutzung im Vergleich
zu heute aber 25% weniger Autos auf den Straßen Europas und der USA
sowie in anderen ausgewachsenen Märkten unterwegs sein.

Das Marktvolumen der geteilten Mobilität soll in Europa, den USA
und China allein zwischen 2017 und 2030 jährlich um 24% auf 1,3
Milliarden Euro ansteigen. Bis 2030 werden ca. 33% aller Neufahrzeuge
für geteilte Mobilität eingesetzt werden. „Der Übergang zu shared
bzw. autonomen Flotten bedeutet einen massiven Umbruch für die
Autobranche. Die Fahrzeuge werden zukünftig wesentlich intensiver
genutzt, als das bei privaten Pkws aktuell der Fall ist. Durch den
schnellen Wertverlust verlieren Geschäftszweige wie der
Gebrauchtwagenhandel an Relevanz und die Hersteller werden auch
verstärkt in regelmäßige Wartungsarbeiten an den Flotten eingebunden
sein. Der Wettbewerb ist in Zukunft ein anderer: Über das
Flottenmanagement, regional unterschiedliche Verkehrsregulierungen
und Infrastruktur wird Mobilität zum lokalen Geschäft. Wir erwarten
einen harten Wettbewerb auf Städte-Ebene mit signifikant niedrigeren
Margen für die einzelnen Marktteilnehmer. Globale Marktführer oder
die starke Dominanz eines einzelnen Mobilitätsmodells wird es
angesichts der vielseitigen Mobilitätsbedürfnisse nicht geben“,
erläutert Alex Koster, Managing Director bei Strategy& und Koautor
der Studie. Mittelfristig führt die starke Nachfrage nach autonomen
Flotten auch zu einer Annäherung und parallelen Wettbewerbssituation
von E-Commerce-Playern, Logistikunternehmen und Flottenbetreibern.

Mit Blick auf ihre zukünftige Rolle in der „Roboconomy“ müssen
sich Autohersteller entscheiden, ob sie Infrastruktur-Betreiber mit
einem eigenen Endkundendienst sein möchten, eine Vermittlerrolle
zwischen den Mobilitätsanbietern und den Endkunden einnehmen oder ob
sie sich auf die heutigen Kernkompetenzen der Fahrzeugentwicklung und
der Integrationsleistung eines Zulieferernetzwerks zurückziehen.
Marktpotenziale bieten sich zum Beispiel über die Erweiterung der
Funktionen oder die Verbesserung der Autos über digitale
Technologien, die Herstellungs- oder Wartungskosten senken und den
Customer Lifetime Value erhöhen. Langfristig wird es für die
erfolgreichen Marktteilnehmer aber auch darum gehen, sich über die
einzelnen Kategorien hinwegzusetzen und sich zu einem übergeordneten
Hub für Dienste und E-Commerce zu entwickeln.

„Die Aktionäre erwarten eine klare Strategie, wie die
Autohersteller die Transformation vom aktuellen Hybrid-Status in klar
unterteilte Mobilitäts-Geschäftsbereiche angehen. Durch den künftig
viel häufigeren und direkteren Kundenkontakt braucht die Autobranche
nicht zuletzt im Bereich der Forschung eine wesentlich
kundenzentriertere Herangehensweise und muss für die Entwicklung
digitaler Dienste auf strategische Partnerschaften mit
Technologieunternehmen setzen“, schließt Alex Koster.

Über die Studie

Für den „Digital Auto Report 2017“ hat Strategy& weltweit über 50
Interviews mit Managern von Automobilherstellern und Zulieferern,
Wissenschaftlern und Analysten geführt. Zudem wurden Forschungs- und
Entwicklungs-Pipelines sowie aktuelle Testreihen zu vernetzten,
autonom fahrenden und elektrischen Fahrzeugen untersucht.

Über Strategy&

Strategy& ist ein globales Team praxisorientierter Strategen.
Unser Ziel ist es, unseren Klienten jederzeit den entscheidenden
Vorteil zu verschaffen. Wir verfügen über 100 Jahre Erfahrung in der
Managementberatung und kombinieren diese mit der einzigartigen
Industrieerfahrung und den Ressourcen von PwC. Wir sind Teil des
weltweiten PwC-Netzwerks. PwC bietet mit mehr als 223.000
Mitarbeitern in 157 Ländern branchenspezifische Dienstleistungen in
den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung
an. Weitere Informationen unter www.strategyand.pwc.com/de.

Pressekontakt:
Meike Hegge
Senior Manager EMEA & GSA Strategy& Marketing
PwC Strategy& (Germany) GmbH
meike.hegge@strategyand.de.pwc.com
T: +49 170 2238644

Original-Content von: Strategy&, übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: http://www.88news.de/?p=1528685

Erstellt von an 11 Sep 2017. geschrieben in Auto/Verkehr. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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