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FZ: Waffen auf Rädern Kommentar der Fuldaer Zeitung (Samstagausgabe) zum Terror in Spanien:





Die Waffe ist tödlich. Es gibt sie schon lange, und
ihr Einsatz bedarf als Lizenz nur eines Führerscheins. Fahrzeuge sind
der neue Totschläger der Terroristen. Einfacher zu bekommen als
Sprengstoff, aber genauso wirksam. Anschläge mit ihnen sind ohne
ausgeklügelte Vorbereitungen möglich. Deshalb wird ihr Gebrauch in
Städten mit Menschenansammlungen weitergehen. Spanien steht unter
Schock: In Barcelona und im Badeort Cambrils sind Automobile – nach
Berlin und London – einmal mehr zu Mordwaffen geworden. 14 Tote und
über 100 zum Teil lebensgefährlich Verletzte, darunter auch Deutsche,
sind die vorläufige Bilanz zweier Anschläge, die der IS auf sein
Konto verbucht. Das Grauen erreichte spanische Bürger und Feriengäste
auf der Lebensader der katalanischen Hauptstadt und zu nächtlicher
Stunde auf einer Strandpromenade. Die islamistischen Terroristen
haben erreicht, was sie wollten: Andersgläubige Menschen zu töten und
ihre Gesellschaft zu erschüttern. Aber der Erfolg ist zweifelhaft.
Die Betroffenen und ihre Länder werden sich enger zusammenschließen
gegen solche Einflüsse. Und die Polizeibehörden werden vielleicht
endlich die Konsequenzen ziehen und den offenen Austausch von
Informationen über Terrororganisationen und ihre „Soldaten“ möglich
machen. Ein Schritt, von Politikern oft angekündigt, bis jetzt jedoch
nur in Ansätzen verwirklicht. Aber auch wenn die Zusammenarbeit in
Europa perfektioniert wird, bedeutet das nicht das Ende des
Terrorismus. Eine offene Gesellschaft ist immer verletzlich. Und der
von klugen Denkern und Historikern schon lange angekündigte Kampf der
Kulturen ist in vollem Gang. Er wird im Nahen Osten befeuert von
einem Glauben, der interpretierbar ist, von wirtschaftlichem Gefälle
und einem Krieg, der in Syrien für den „Islamischen Staat“ gerade
verloren geht. Weshalb er nach Europa getragen wird. Man könnte
lachen, wenn die Situation nicht zum Weinen wäre: Da empfiehlt der
Präsident der USA den Europäern, zu handeln wie ein US-General, der
muslimische Gefangene mit Kugeln exekutiert haben soll, die vorher in
Schweineblut getränkt worden waren. Damit sei ihnen der Weg ins
Paradies versperrt und der Terror zu Ende. Eine nachweislich unwahre
und dumme Legende. Es ist nur traurig, dass ein Mann in seiner
Position angesichts des schrecklichen Dramas so taktlos, inkompetent
und ohne Empathie reagiert. Ein Grund mehr für die Europäer, sich auf
eigene Stärken zu besinnen.

Pressekontakt:
Fuldaer Zeitung
Volker Feuerstein
Telefon: 0661 280-301
volker.feuerstein@fuldaerzeitung.de

Original-Content von: Fuldaer Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 18 Aug 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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