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Hunger in Äthiopien – Hilfe dringend notwendig





München/Agarfa, 10. August 2017. Seit wenigen Tagen rollen die mit Lebensmittel beladenen Lastkraftwagen der Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe wieder in die Dörfer in der Region Agarfa im Süden von Äthiopien. Dort werden die dringend benötigten Nahrungsmittel an aktuell 24.840 Kinder, Frauen und Männer verteilt. „Die Not ist nach wie vor groß. Wir müssen dringend weiter handeln, sonst besteht die Gefahr, dass die Menschen hungern werden“, so Peter Renner, der im Vorstand der Stiftung u. a. für die Projektarbeit der Organisation in Äthiopien zuständig ist.

Die Bewohner des Dorfes Sheneka, etwa 500 Kilometer südöstlich von Addis Abeba, sind stark von den Auswirkungen der Dürre betroffen. Die einzigen grünen Pflanzen, die es in und um Sheneka noch gibt, sind Kakteen. Sonst ist von den einst fruchtbaren Feldern nicht mehr viel zu sehen. Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe (www.menschenfuermenschen.de) unterstützt seit November 2015 in dieser Region Bedürftige mit notwendigen Lebensmitteln. Gemäß der Empfehlung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen erhalten die Menschen pro Monat 15 Kilogramm Getreide, 1,5 Kilogramm Hülsenfrüchte, 0,5 Liter Speiseöl sowie Famix für Kleinkinder, schwangere Frauen und stillende Mütter.

Alfia Muktar. Ein Beispiel wie Nothilfe wirkt.

Besonders das Nahrungsergänzungsmittel Famix, ein proteinreiches Pulver aus Zerealien, Mineralien und Vitaminen, habe dafür gesorgt, dass ihre jüngsten Kinder nicht hungern müssen, sagt Alfia Muktar, die mit ihrer Familie im Dorf Sheneka in der Region Agarfa lebt. Froh und dankbar erzählt die Mutter, wie sie das Famix mit Wasser zu einem Brei gekocht hat und ihren Kindern zu essen gab. „Wir haben immer auf das Fahrzeug von Menschen für Menschen gewartet. Denn dann wussten wir, dass wir wieder Nahrung erhalten und für die nächste Zeit unseren Kindern etwas zu essen geben können“, erzählt die 40-Jährige. Die Versorgung mit Famix hilft, dass die Kinder – angesichts der Mangelernährung – keine bleibenden gesundheitlichen Schäden davontragen.

Nahezu 7,8 Millionen Menschen sind derzeit in Äthiopien nach den verheerenden Dürren in den vergangenen beiden Jahren auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Fachleute erwarten, dass die Zahl der Bedürftigen im zweiten Halbjahr auf bis zu 8,5 Millionen Menschen ansteigen wird. Vor allem die Regionen im tiefen Süden und um Südosten des Landes sind stark betroffen.

Eine Dürre von diesem verheerenden Ausmaß hat Äthiopien seit über 30 Jahren nicht mehr erlebt. Ganze Ernten sind seit 2015 verdorrt. Die wenigen Vorräte wurden vielerorts aufgebraucht, Tiere wurden verkauft oder sind verendet. Die Regenfälle blieben in einigen Regionen in Äthiopien ganz aus oder blieben deutlich hinter den erforderlichen Niederschlägen zurück. Durch die extreme Wasserknappheit erreichten die Ernten nicht die notwendigen Erträge. Millionen von Menschen sind weiter dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Abgestimmte Maßnahmen zur nachhaltigen Ernährungssicherheit dringend notwendig

„Dürreperioden lassen sich nicht verhindern. Aber wenn Bauern Vorräte anlegen können oder wenn die Felder genügend Ertrag bringen, schwächt dies die Folgen solcher Klimaentwicklungen deutlich ab. Das ist das Ziel unserer integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte. Hier lehren wir den Bauernfamilien effektive Anbau- und Bewässerungsmethoden und verteilen ertragreiches Saatgut“, erklärt Menschen für Menschen-Vorstand Peter Renner.

Im Rahmen der sogenannten integrierten landwirtschaftlichen Entwicklungsprojekte stellt Menschen für Menschen den Bauernfamilien verbessertes Saatgut für Getreide oder neue Gemüsesorten zur Verfügung. In Trainings werden den Menschen technisch fortschrittliche Anbaumethoden gezeigt. Sie erhalten damit eine verbesserte Kenntnis über nachhaltige Anbau- und Bewässerungsmethoden. In Zusammenarbeit mit der Bevölkerung werden Bewässerungsanlagen, Wasserreservoire, Nachtspeicher und Staubecken gebaut, Boden- und Wasserkonservierungsmaßnahmen (Terrassierungen, Dämme) sowie biologische Konservierungsmaßnahmen (mit tiefwurzelnden Pflanzen, z.B. Vetivergras) durchgeführt. Tausende von Baumsetzlingen werden in Aufforstungsprogrammen gepflanzt.

Dies führt zu einer nachhaltigen Landwirtschaft und somit zu Ernährungssicherheit.

Informationen über Menschen für Menschen finden Sie hier: www.menschenfuermenschen.de

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Erstellt von an 10 Aug 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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