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Ingenieur vs. Maschine – der Vergleich






 


Maschinen für sich arbeiten lassen und selbst mehr Zeit haben – dieser Traum beschäftigt Menschen bereits seit Jahrzehnten. Lange reine Fiktion, entwickelt die moderne Robotik und Automatisierungstechnik immer neue Methoden sowie Maschinen, die Aufgaben in der Fertigung übernehmen. 2011 erreichte dieser Industriezweig laut VDMA einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro.

In zunehmend mehr Bereichen setzt sich die Automatisierung durch. Eine Entwicklung, die sich nicht mehr umkehren lässt. Ganz wird der Mensch aber wahrscheinlich nie aus Fabrikhallen und vom Fließband verschwinden. Auch wenn Maschinen in jedem schneller und ohne Pause arbeiten können – Kontrolle und Instandhaltung fallen immer noch dem Menschen zu. Und auch im Hinblick auf Innovationen oder Neuentwicklungen werden Ingenieure nach wie vor gefragt sein.

Mensch vs. Maschine – Die Drehmaschine gewinnt bei Präzision und Schnelligkeit

Treten Maschine und Mensch gegeneinander an, sind die Karten in aller Regel klar verteilt. Sobald Aspekte wie die Arbeitsgeschwindigkeit – und damit die Produktionsschnelligkeit – oder die Präzision betrachtet werden, gewinnt die Maschine. Kaum jemand wird über das Ergebnis in diesem direkten Vergleich verwundert sein. Schließlich braucht eine Maschine weder:

  • Essen
  • Trinken oder

Darüber hinaus ist eine Maschine oft stärker und kann Arbeitsschritte, bei denen ein Mensch schnell ermüdet, beliebig oft wiederholen – ohne dass sich irgendwann:

  • Muskeln
  • Sehnen und
  • Gelenke

zu Wort melden. Ein zusätzlicher Vorteil der Maschine besteht darin, dass maschinell gefertigte Teile oft in deutlich geringerem Umfang voneinander abweichen als in Handarbeit hergestellte Produkte. Die Abweichung bei Frästeilen oder Werkstücken, die eine Drehmaschine verlassen, liegen oft nur im Mikrometerbereich. Damit ein Mensch ähnliche hohe Ansprüche an die Präzision erfüllen kann, braucht es in aller Regel Erfahrung – die erst im Lauf der Jahre entsteht.

Unternehmen haben aber ein natürliches Interesse daran, dass vom ersten bis zum letzten Werkstück die Fehlertoleranzen nicht unterschritten werden. Diese Aspekte unterstreichen, an welcher Stelle die großen Stärken der Maschinen zu suchen sind. Und in welchen Punkten sich der Mensch seit Jahren einfach geschlagen geben muss. Eine Entwicklung, die ihren Anfang spätestens im Zeitalter der Industrialisierung genommen hat. Wo hat der Mensch die Nase vorn? Oder ist der Ingenieur immer nur der Zweitplatzierte?

Veränderung – ohne Ingenieur keine Chance

Auf den ersten Blick hat die Maschine immer die Nase vorn. Aber eben nur bei einer oberflächlichen Betrachtung. Wer versucht, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, wird schnell bemerken, dass der Mensch bislang wenig an seiner Bedeutung verloren hat. Befürworter der Automatisierung verweisen gern auf die Tatsache, dass Maschinen immer wichtiger werden, der Ingenieur – also der Mensch – zu deren „Handlanger“ degradiert wird.

Allerdings arbeitet bislang keine Maschine völlig autark. Vielmehr ist jede Drehmaschine, jede CNC Fräse und jeder Schweißroboter auch im 21. Jahrhundert auf die Hilfe des Menschen angewiesen. Nur wenn dieser eine Maschine in Betrieb nimmt, kann sie ihre Leistung ausspielen und abrufen. Noch deutlicher wird die Abhängigkeit der Maschine, wenn ein Blick auf:

  • Reparatur
  • Wartung
  • Anpassung an neue Fertigungsmuster
  • Neuentwicklungen

geworfen wird. Keinen der genannten Punkte erledigt die Maschine ohne fremde Hilfe. Soll eine Drehmaschine beispielsweise programmgesteuert ein neues Bauteil fräsen, muss das entsprechende Programm erst vom Bediener oder IT-Spezialisten erstellt werden. Auch Ersatzteile müssen von speziell darauf ausgerichteten Maschinen hergestellt und vom Fachmann montiert werden. Bei DMG/ MORI SEIKI wird beispielsweise eine Spindelservice für Drehmaschinen angeboten. Dieser kann für einen Austausch der Spindel innerhalb von 24 Stunden sorgen. Nur so kann die Spezialmaschine wieder leistungsfähig arbeiten.

Gleiches gilt für die Ausrüstung mit neuen Werkzeugen. Viele moderne Maschinen im Werkzeug- und Maschinenbau sind mit Werkzeugköpfen ausgestattet, die verschiedene Arbeitsgänge ermöglichen. Deren Austausch oder eine Anpassung an neue Arbeitsschritte gelingen aber nicht ohne fremde Hilfe. Ingenieure sind aber an einer noch ganz anderen Stelle nicht wegzudenken – wenn es um Entwicklung und Bau neuer Maschinen geht.

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Fazit: Keine Maschine funktioniert ohne Ingenieure

Findige Köpfe haben die Menschheit schon immer vorangebracht. Dies gilt für die Entdeckung des Rades genauso wie für die Entwicklung der Dampfmaschine. Letztlich geht es im Maschinenbau darum, für komplexe Probleme die richtige Lösung zu finden. Erst durch diesen Anspruch sind moderner Produktionsfaktoren wie Drehmaschinen oder Schweißroboter möglich. Automatisierung in der Industrie setzt zwar darauf, dass Maschinen deutlich schneller und präziser Werkstücke herstellen.

Komplett ohne den Faktor Mensch werden Fabrikhallen in den kommenden Jahren laut ZEW aber noch nicht auskommen. Vielmehr werden Facharbeiter oder Ingenieure dort gebraucht, wo es auf innovative Lösungen ankommt oder Wartung, Instandhaltung und Kontrolle eine Rolle spielen. Und zu guter Letzt wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft Arbeitsschritte geben, in denen der Mensch einer Maschine noch auf lange Sicht überlegen sein wird. Als Generalist wird er das vermutlich auch immer bleiben.

Bildquellen:

Abbildung 1: @ felixioncool (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Kurz-URL: http://www.88news.de/?p=1264222

Erstellt von an 18 Sep 2015. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Kommentieren und Pings sind deaktiviert.

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