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Mario Draghis „verhängnisvolle Anmaßung“





„Die Ökonomik ist zu einem intellektuellen
Steigbügelhalter geworden, der das Zentralbank-Geldwesen, das
Teilreserve-Bankgeschäft, die Politik der Zinsmanipulation und die
Idee, das Finanzsystem durch staatliche Regulierung „sicher(er)“ zu
machen, scheinlegitimiert“, stellt Prof. Thorsten Polleit, Präsident
des Ludwig von Mises Instituts Deutschland, in seinem jüngsten
Beitrag auf www.misesde.org fest.

Polleit bezieht sich dabei auf einen Vortrag, den EZB-Chef Mario
Draghi auf der Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften hielt.
Besonders bemerkenswert an diesem Vortrag war, dass Draghi mit keinem
Wort auf die Ursachen der Krise einging. Er erweckte hingegen den
Eindruck, dass diese aus heiterem Himmel über die Volkswirtschaften
hereingebrochen sei und es nur dem klugen und schnellen Handeln der
Notenbank zu verdanken gewesen sei, dass „Schlimmeres“ verhindert
wurde. Tatsächlich aber waren die vorangegangenen Zinsmanipulationen
der Notenbanken ursächlich für die Krise. Die exzessive Ausweitung
der Geld- und Kreditmenge sorgten für einen Boom, der früher oder
später im Bust enden musste und so die tatsächlichen Kosten der
Zentralbankpolitik offenbarte.

Der Bust – der Abbau der Fehlallokationen – wurde dann durch die
„undogmatische“ Politik der Zentralbanken, also die diversen
Eingriffe in das Marktgeschehen bis hin zum direkten Ankauf von
Staatsanleihen, übertüncht. Draghi erklärt dies damit, dass sich die
Welt geändert habe und sich folglich auch die Politik der
Notenbanken, insbesondere die Geldpolitik, ändern müsse. Dabei
bestehen aber grundlegende Gesetzmäßigkeiten, die sich niemals
ändern. Beispielsweise kann die Ausweitung der Geldmenge nicht zu
einer Steigerung des volkswirtschaftlichen Wohlstands führen, sondern
muss zwangsläufig eine Herabsetzung der Kaufkraft des Geldes nach
sich ziehen. Die künstliche Absenkung des Zinsniveaus wiederum führt
unweigerlich zu Boom-Bust-Zyklen.

Leider führt das Scheitern staatlicher Interventionen nicht dazu,
künftig derartige Interventionen zu unterlassen, sondern nur dazu,
dass die Interventionisten noch wütender in die Markprozesse
eingreifen. Im Kern maßen sie sich Wissen an, das sie nicht haben
können. Die Folgen sind meist verhängnisvoll. Im Falle des Euro
bedeutet die Aufrechterhaltung dieses Experiments um jeden Preis eine
Umverteilung von Einkommen und Vermögen in bisher unbekanntem Ausmaß
– nicht nur innerhalb eines Staates, sondern staats- und
nationenübergreifend. Polleit konstatiert abschließend: „Als
Instrument einer anti-demokratischen Politik ist der Euro Quelle
unaufhörlicher Konflikte und Ungerechtigkeiten, und er ist eine
Belastung für den Wohlstand der Menschen.“

Mit derartiger Anmaßung von Staatsseite ist der Bürger eines
kleinen oder gar Kleinststaates nur höchst selten konfrontiert. Auf
der diesjährigen Ludwig von Mises Konferenz erläutern namhafte
Redner, weshalb dies so ist und diskutieren die Vorteile möglichst
kleiner Staaten unter dem Titel: „Small is beautiful – vom Vorteil
kleiner politischer Einheiten“. Die Konferenz findet am Samstag, 21.
Oktober 2017, im Hotel „Bayerischer Hof“ in München statt. Eine
Anmeldung ist unter www.misesde.org möglich.

Mario Draghis „verhängnisvolle Anmaßung“
http://www.misesde.org/?p=16585

Pressekontakt:
Wordstatt GmbH
Dagmar Metzger
Tel: +49 89 3577579-0
Email: info@wordstatt.de

Original-Content von: Ludwig von Mises Institut Deutschland e. V., übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: http://www.88news.de/?p=1527026

Erstellt von an 6 Sep 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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