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Neue Westfälische (Bielefeld): Drohender Atomkrieg zwischen den USA und Nordkorea 1945 darf sich nicht wiederholen Gordon Repinski, Berlin





Erst war es Feuer und Wut, dann waren die Worte
noch zu schwach, mittlerweile sind die Waffen geladen und entsichert.
Die Welt hat in den vergangenen Tagen gebannt auf die Provokationen
von Kim Jong-Un und Donald Trump geblickt, die sich wie zwei
Halbstarke auf dem Schulhof anbrüllen, bis irgendwann die Fäuste
fliegen. Man würde gerne spotten über das Prollige dieser beiden
Männer, das Dumme, das Billige. Aber Trump und Kim Jong-Un sind eben
nicht nur ungezogene Schulhofprügler. Sie führen die Welt gerade an
den Rand einer atomaren Eskalation. Auf dieser Kante stehen wir nun
alle gemeinsam. Der republikanische Senator John McCain lästerte über
die Provokationen, bezweifelte, dass der Präsident wirklich zu einem
Militärschlag bereit sei. McCains Haltung spiegelt den vagen
Optimismus vieler wider, die diesen Konflikt beobachten. Sie hoffen,
dass der US-Präsident vor allem knallige Dinge sagen will, sich
dahinter aber wenig verbirgt. Doch wenn in der Weltpolitik Dinge
unbedacht bewegt werden, entstehen Unruhe und Unordnung.
US-Verteidigungsminister Mattis, ein Rationalist alter Schule, hat
nach Trumps Worten ebenso die Tonlage verschärft. Nicht, weil er
davon überzeugt war. Sondern weil die US-Regierung ein Mindestmaß an
Geschlossenheit beweisen musste. Ihre Wurzeln haben die neuen
weltpolitischen Unwägbarkeiten in den innenpolitischen Umständen in
den USA. Sechs Monate lang wuchs die Entfremdung zwischen
Republikanern und dem Präsidenten. Reformen wie die der
Gesundheitsversorgung scheitern, die Mehrheit im Kongress ist nur
theoretisch vorhanden. Trump und die Republikaner brauchen ein
verbindendes Element, sonst droht das frühzeitige Scheitern der
Präsidentschaft. Es ist zynisch, aber am Ende kann ein Krieg in
Fernost dieses verbindende Element sein. Es wäre ein fataler
Kollateralschaden einer stümperhaft agierenden Regierung. Kommt es zu
einem Militäreinsatz, werden die USA Nordkorea von der Karte
auslöschen. Es wird ein kompromissloser Einsatz, möglicherweise
vergleichbar mit dem Ende des zweiten Weltkrieges, als Präsident
Truman den Angriff auf Hiroshima und Nagasaki befahl. 1945 war ein
Tiefpunkt der Zivilisation. Auch ein narzisstischer,
persönlichkeitsgestörter US-Präsident hat die verdammte
Verpflichtung, alles zu tun, damit dieses Leid sich nicht wiederholt.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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Erstellt von an 11 Aug 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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