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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar TV-Duell zwischen Martin Schulz und Angela Merkel Inhalte gegen Gipfel-Bilder Thomas Seim





Am Sonntag sind es noch drei Wochen bis zur
Bundestagswahl. Seit einiger Zeit versuchen Meinungsforscher und –
vor allem – Unionspolitiker die Wahl für entschieden zu halten. Zu
groß sei der Abstand zwischen der Union und SPD, zwischen Merkel und
ihrem Herausforderer Martin Schulz – so lautet die Analyse. So
ähnlich lautete sie auch am 30. April zugunsten von Hannelore Kraft.
Den Auftakt zu diesen drei Wochen Schlussspurt im Bundestagswahlkampf
bietet morgen Abend das TV-Duell zwischen Herausforderer und
Kanzlerin: 90 Minuten lang werden sich Angela Merkel und Martin
Schulz messen. Die Amtsinhaberin mag solche Duelle nicht wirklich.
Das liegt sicher auch daran, dass sie im direkten Vergleich nie
wirklich überzeugen kann. Nach einhelligem Urteil verlor sie ihr
erstes Duell 2005 gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder. 2009 gab es
keinen eindeutigen Sieger gegen den heutigen Bundespräsidenten
Frank-Walter Steinmeier – aber auch kaum Zuschauer. 2013 lag nach der
Analyse der meisten Beobachter Herausforderer Peer Steinbrück wieder
vor Merkel. Nein, direkte TV-Duelle sind nicht das Spielfeld, auf dem
sich Angela Merkel sicher fühlt. Das alles weiß sie selbst nur zu
genau. Auch deshalb hat sie bei den Verhandlungen über das Duell mit
Martin Schulz starre Regelungen durchsetzen lassen. Beteiligte Sender
sprachen von Erpressungsversuchen des Kanzleramts und
Sittenwidrigkeit der Vereinbarungen. Je konkreter Merkel werden muss,
um so schwächer wirkt die Kanzlerin. Deshalb zieht sie sich gern auf
die internationale Politik, auf ihre Gipfeltreffen zurück – ganz
ähnlich wie ihr Vor-Vorgänger Helmut Kohl, der in der Außenpolitik
sein Heil suchte, als er in der Innenpolitik keine Themen mehr fand
oder finden wollte. Seit zwölf Jahren organisiert Merkel
Regierungsentscheidungen im Wesentlichen in kleinen Runden, nannte
sie meist „alternativlos“ und vermied mit diesem antidemokratischen
Wort offene Debatten um den besten Weg. Das öffnet das
Chancen-Fenster für Martin Schulz. Gegen Merkels Generalismus der
großen, weiten Weltpolitik und Hinterzimmer-Verschwiegenheit muss er
mit den Themen punkten, die die Menschen wirklich bewegen:
Unsicherheit der Rente, steigende Mieten, fehlende Bildungschancen,
die Benachteiligung der Frauen in den Jobs und bei der Bezahlung.
Fast jeder zweite Wahlberechtigte wird sich das TV-Duell ansehen. Die
meisten darunter sind wohl noch unentschieden, die SPD – sagen die
Meinungsforscher – hat dort die größten Mobilisierungsreserven. Die
muss Schulz erreichen, wenn er seine Chance nutzen will. Kanzler-Jet
oder die Sorgen der Menschen auf dem Markt von Würselen, Köln oder
München – so lautet die Alternative. Man ist gespannt, wer mit seinen
Themen mehr Wählerinnen und Wähler für sich gewinnt.

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Neue Westfälische
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Erstellt von an 1 Sep 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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