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Neue Westfälische (Bielefeld): Verhandlungen über die Zukunft von Air Berlin Wahlkämpfer spielen Unternehmer Dieter Wonka, Berlin





Mit ihrem als „Siegerflieger“ titulierten Jumbo
brachte die zeitweilig zur „Fanhansa“ umgewidmete Lufthansa 2014 die
Weltmeisterjungs aus Brasilien zurück. Damals waren die WM-Champions
und der Kranich Teil eines nationalen Wohlgefühls. Heute verhalten
sich Berlins Regierungsmanager so, als bräuchte man schon morgen
wieder einen deutschen Siegerflieger. Vielleicht, um bei Trump in
Washington gegen dessen Linie „America first“ zu protestieren? Doch
das wäre verlogen, denn die deutsche Antwort auf den Fall Air Berlin
ist nichts anderes als Trumpismus. Kurz vor Ultimo spielen
Wahlkämpfer wieder einmal Unternehmer, indem sie sich für eine
Übernahme durch die Lufthansa stark machen. Dabei liegt der
staatliche Lufthansa-Anteil bei Null Prozent, für Repräsentatives
steht die Flugbereitschaft zur Verfügung und für dirigistische
Eingriffe fehlt der Regierung eigentlich jede Lizenz. Ein einziges
Mal hat sich Angela Merkel in ihrer Karriere als kompromisslose
Marktwirtschaftlerin positioniert. Damals forderte sie die unsoziale
einheitliche „Kopfprämie“ für den Gesundheitsbereich statt
einkommensabhängiger Kassenbeiträge. Ein kleiner Wink der Wähler
genügte, um sie vom Neoliberalismus wegzubringen. Geblieben ist die
Vorliebe für verkapptes unternehmerisches Handeln unter dem
Deckmantel sozialer Marktwirtschaft. Da ähnelt sie in Wahrheit dem
Ex-Kanzler der Bosse mit SPD-Parteibuch. Als Helfer des
Pleiteunternehmens Holzmann ist Gerhard Schröder damals gescheitert,
weil der Markt siegte. Das wird Merkel schon deshalb erspart bleiben,
weil es am Himmel seit Jahren keinen funktionierenden Markt gibt. Man
könnte also argumentieren, die Deutschen wären schön blöd, würden sie
die Filetteile der Pleite-Airline kampflos der Konkurrenz überlassen.
Gewinner wären Linien, die ohne Skrupel im nationalen Auftrag
unterwegs sind und hinter denen Scheichs oder andere Regierungen
stehen. Verlierer wären die Belegschaften, denen nur die
Selbstausbeutung bliebe. Wenn sich also Merkel und Co. für Lufthansa
und gegen den Wettbewerb ins Zeug legen, dann sollten sie liefern.
Und das wird teuer. Sie müssten den Beschäftigten ein Einkommen über
den Mindestlöhnen von Linien wie Easyjet garantieren. Das aber können
sie nicht, weil Lufthansa selbst einen Großteil seines Gewinns durch
eigene Billigfluglinien erwirtschaftet. Vielleicht wäre es Zeit für
die Politik, ein mutiges Exempel zu statuieren.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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Erstellt von an 23 Aug 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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