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NOZ: Jella Haase: Berlin wird den Menschen weggenommen





Jella Haase: Berlin wird den Menschen
weggenommen

Schauspielerin sorgt sich um ihre Heimatstadt – 24-Jährige ist
bald wieder als Chantal im Kino zu sehen, ihr Herz schlägt aber für
die „dämonischen Rollen“

Osnabrück. Schauspielerin Jella Haase ist genervt von der
zunehmenden Gentrifizierung in ihrer Heimatstadt Berlin. „Die Mieten
steigen so drastisch, dass alle irgendwie verdrängt werden. Ich
glaube, hier passieren gerade ähnliche Fehler wie in Paris und
London, dass die Stadt irgendwie verkauft und den Menschen
weggenommen wird, denen sie eigentlich gehört“, sagte die 24-Jährige
im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Sie rief
die Politik auf, etwas dagegen zu tun.

Die gebürtige Berlinerin tankt zwischen den Dreharbeiten neue
Energie in ihrer Heimat. Sie steckt derzeit in einem turbulenten
Jahr. Der dritte Teil von „Fack ju, Göthe“ steht in den Startlöchern,
„Vielmachglas“ mit Matthias Schweighöfer ist abgedreht und ein
Kino-Projekt mit Michael Bully Herbig wird gerade vorbereitet.
Zwischendurch sei es wichtig, in sich zu gehen und Zeit mit sich
selbst zu verbringen, sagte Haase: „Mir fällt das ehrlich gesagt
ziemlich schwer. Im Moment ist mein Leben so, dass ich eigentlich
zwei Jellas bräuchte, um das zu leben.“

In ihren Rollen schlägt die 2016 bei der Berlinale als „Shooting
Star“ ausgezeichnete Schauspielerin einen Spagat zwischen komischen
und tragischen Rollen. Im Oktober ist sie wieder als Chantal im
dritten Teil von „Fack ju, Göhte“ im Kino zu sehen. „Ich glaube, dass
ich in einer Komödie ganz gut funktioniere, aber mein Herz schlägt
schon für die labileren, dämonischen Rollen, für die Extreme“, sagte
die 24-Jährige.

Am kommenden Mittwoch 27. September (20.15 Uhr) zeigt Das Erste
das Drama „Das Leben danach“. Jella Haase spielt darin eine durch die
Loveparade-Katastrophe traumatisierte junge Frau. „Ich kann schon
sagen, dass das für mich die heftigste Rolle war. Und ich habe einige
heftige Rollen gespielt. Aber das war nochmal neu.“ Um sich in die
Gedanken der traumatisierten Antonia zu versetzen, hat sie mit einer
Traumatherapeutin zusammengearbeitet, die Betroffene des
Loveparade-Unglücks vom 24. Juli 2010 betreut. „Es waren Menschen mit
einer posttraumatischen Störung bei der Premiere. Die haben gesagt,
sie hätten sich sofort identifiziert, und denen war das Verhalten so
nah, was mir als Jella so fremd war“, sagte die 24-Jährige.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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Erstellt von an 23 Sep 2017. geschrieben in Kultur. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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