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Public Cloud





Der Begriff der Public Cloud ist irreführend und mit einer Wolke (engl. Cloud) hat er auch nichts zu tun. Es ist alles viel simpler.

Unternehmenseigene Rechner und Infrastruktur – Private Cloud

Seit dem die ersten elektronischen Rechner vor über 70 Jahren auf den Markt kamen und Einzug in die Unternehmenswelt hielten, ging es um stete Optimierung der Technologie. Bis vor 30 Jahren war es für viele Unternehmen üblich die eigenen Daten, Geschäftsprozesse und Anwendungen auf den eigenen Rechenservern laufen zu lassen. Der Ausbau der Netz-Infrastruktur erlaubte es dann aber auch, diese Server in eigene Rechenzentren auszulagern. In diesem Sinne sprechen heute viele an dieser Stelle von der „private Cloud“.

Auslagerung in ein „fremdes“ Rechenzentrum – Hosting

Ein weiterer Schritt war dann die Auslagerung dieser Rechenserver auf fremde Rechenzentren. Dies führte nicht zuletzt zu Kostenersparnissen, bei der Wartung der notwenigen Hardware und der Administration. Die Rechenzentren optimierten ihre Leistungen, in dem sie virtuelle Technologien einsetzten, die es ihnen erlaubten, die Datenverarbeitung über mehrere Rechenserver zu verteilen, und so die gekaufte Hardware optimal auszunutzen. Inwieweit dieses Modell noch als „private Cloud“ zu bezeichnen ist, sei mal dahingestellt.

Lokale Rechenzentren vernetzen – Distributed Computing

Mehr und mehr Unternehmen, begannen in den 90er Jahren ihre Anwendungen webbasiert zur Verfügung zu stellen und bauten dazu vernetzte lokale Rechenzentren auf. Das Paradebeispiel hierfür ist Salesforce.

Externe Rechenleistung auf Knopfdruck – Public Cloud

In einem nächsten Schritt kamen einige Unternehmen auf die Idee, die Rechenleistungen, die sie nicht für ihr eigenes Unternehmen brauchten, anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Dies war quasi die Geburtsstunde der „Public Cloud“. Unternehmen, wie Amazon können so die weltweite Verfügbarkeit der Büchershops sicherstellen und gleichzeitig überschüssige Rechnerleistungen weiter verkaufen.

Was ist nun neu an der „Public Cloud“?

Im Prinzip sprechen wir hier immer noch von externen Rechenzentren. Innovativ war letztlich, dass man zunächst das Preismodell änderte. Der Kunde muss keine langfristigen Verpflichtungen oder aufwändige Wartungs- und Serviceverträgen eingehen. Der Kunden kann jeder Zeit die so genutzten Datenverarbeitungsleistungen rauf- oder runterfahren und bezahlt am Ende nur für das, was er auch nutzt. Er nutzt IT-Leistungen auf Knopfdruck und bezahlt , was er „verbraucht“ – „Pay-as-You-Go!“ ist das Motto der Stunde. Eine zweite Innovation: Unternehmen, die die Public Cloud für sich nutzen, müssen sich fast keine Gedanken mehr machen, ob die Rechenleistung der Public Cloud ausreicht, um beispielsweise besonders großvolumige Berechnungen, wie etwa die Analyse unstrukturierter Daten zu berechnen oder um großvolumige Videos und Bilder wie in der Industrieproduktion, Telemedizin, Fernsehen und andere Medien zur Verfügung zu stellen.

Mit der Zeit sind immer mehr Datenverarbeitungsleistungen dazugekommen: verschiedenste Datenbanken und Betriebssysteme, Microservices, Programmierschnittstellen-Bibliotheken und eine Menge an Anwendungen, die wir heute in unserem Browser oder als Mobile App kennen und nutzen.

Wo macht Public Cloud Sinn und wo nicht?

Aufgrund der Flexibilisierung was die Preismodelle innerhalb externer Rechenzentrumsleistungen und den verschiedenen Public Cloud Providern, wie etwa Amazon Web Services oder Google, betrifft, nähern sich die Preise immer weiter an. Im Vergleich zu den „Inhouse“-Rechenleistungen sind diese extern allokierten Rechenleistungen in der Regel deutlich günstiger und vor allen Dingen auch vor Angriffen von außen sicherer als im Vergleich zu den eigenen Rechnern im Haus.

Wenn es um global, sofort verfügbare Rechenleistungen und um schnelle Zugriffszeiten geht, dann sind die Zugriffszeiten (insbesondere was Bilder und Videos betrifft) und die damit einhergehenden Kosten bei den Public Cloud Providern fast nicht zu schlagen. Das gilt auch für die eigentliche Verfügbarkeit der Dienste in fast jedem Winkel der Welt. Diese weltweite, sofortige Verfügbarkeit auf Knopfdruck macht die Public Cloud so erfolgreich. So werden etwa die Playtika Spiele täglich von mehr als 6 Millionen Menschen in 190 Ländern, in 12 Sprachen gespielt. Hätte Playtika dafür eigene Recheninfrastrukturen aufbauen müssen, der StartUp, aus dem Jahre 2010, wäre nie so erfolgreich geworden.

Unternehmen, die auf Grund ihres Wachstums oder auf Grund von saisonalen Geschäften, extreme Verkehrsspitzen haben, können die Verfügbarkeit am sinnvollsten über einen Public Cloud Provider abdecken und dabei die Kosten im Vergleich deutlich senken. Insbesondere für eCommerce-Anwendungen bzw. Webshops macht die Public Cloud Sinn; denn es gibt nichts Leichteres, um so eine weltweite Kundschaft zu adressieren.

Unternehmen, die nicht in der Lage sind, personenbezogene Daten von der eigentlichen Anwendung zu separieren, müssen sich bewusst sein, dass gesetzliche Vorschriften den Verbleib dieser Daten, z. B. in Deutschland, gesetzlich vorschreiben. Hier liegt der Vorteil bei lokalen Rechenzentren und „Inhouse“-Rechnern. Aber in Deutschland bieten Public Cloud Provider wie etwa Microsoft Azure oder Amazon Web Services bei Bedarf auf Deutschland isolierte Public Cloud Leistungen an.

Unternehmen, die starren eigenen IT-Richtlinien, Governance-Regularien und andere gesetzlichen Vorschriften unterworfen sind, tun gut daran, mit einem Cloud-Berater diese Regularien zu besprechen und im Hinblick auf die Nutzung einer „Private“, „Hybrid“ oder „Public Cloud“ zu hinterfragen.

Was die Serviceorientierung, ITIL-Konformität, kundenbezogene Supportvereinbarungen betrifft, so liegt hier der Vorteil klar auf Seiten der lokalen Rechenzentrumsbetreiber und der unternehmenseigenen IT-Systeme, es sei denn man hat einen entsprechend auditierten, zertifizierten Public Cloud Managed Service Partner im Spiel, der schnellen Support anbieten kann.

Erste Schritte auf die Cloud zu

Abgesehen von dem Vergleich heutiger IT-Kosten und Public Cloud Kosten, stellt sich deshalb zu Beginn die „Meta“-Frage: Macht Public Cloud für mich Sinn oder nicht? Was können wir tun, um den Kundennutzen zu erhöhen und kann uns die Public Cloud mit einem neuen Web-Services dabei helfen? Was können wir tun, um den Kunden stärker an uns zu binden und können wir dies über eine App und deren Betrieb in der Public Cloud beschleunigen? Welche Serviceleistungen können wir auf den Kunden auslagern, in dem er Serviceaufträge über einen Service in der Cloud bereits detaillierter vordefiniert? Welche Produktionsprozesse können vereinfacht werden oder mit Hilfe von „Cloud Computing“ schneller und flexibler ausgelagert werden?“ „Welche Qualitätsverbesserungen lassen sich durch „Cloud-Computing-Services“ erzielen? Welche Technologie-Produkte stehen bereits beim jeweiligen Cloud-Provider zur Verfügung, die uns unsere Arbeit erleichtern? Welchen Vorteil habe ich durch weltweite Verfügbarkeit von IT-Ressourcen auf Knopfdruck? Hilft mir die Public Cloud bei einer globalen Expansion? Kann ich schneller alternative Produktionsressourcen verfügbar machen?

Unternehmen gehen den „Weg in die Cloud“ auf verschiedene Weise an.

Unternehmertyp 1:

Sie lassen sich einen Managementberater ins Haus kommen, der auf Strukturen und Prozesse in Bezug auf die „Digitalisierung“ hinweist und dabei Benchmark-Analysen präsentiert, die einem Angst und Bange werden lassen. Der nächste Schritt ist dann eine erste Annäherung an die Themen „Cloud“ und „Digitalisierung“, wobei Worte wie „agil“, „disruptive“ und „digital transformation“ nicht fehlen dürfen. Sukzessive wird die Ernsthaftigkeit in Bezug auf „Cloud Computing“ etc. für alle im Unternehmen sichtbar.

Unternehmertyp 2:

Diese Unternehmen wissen, dass man Menschen nicht einfach flexibler machen kann und Informationsveranstaltungen und Beratungen allein nicht ausreichen. Zu dem Zweck gründet dieser Typ ein Unternehmen, das „outside-the-box“ agiert und einfache Themen und Aspekte und Ideen mit Hilfe von Cloud-Technologien entwickelt, losgelöst von starren Hierarchieebenen, -prozessen und Governanceregeln. Typische Beispiele hierfür sind HoReCa der Metro Gruppe oder MOIA von Volkswagen. Laut der Studie „Digital Transformation“ von A.T. Kearney, 2016, scheitern neue, innovative, technologische Ideen in 25 % der Fälle an den bürokratischen Widerständen und unternehmenseigener Regelungen. Sogar 51 % der Befragten nannte in der Studie die eigene Unternehmenskultur als hinderlich für digitale Innovationen.

Unternehmertyp 3:

Diese Unternehmen haben nicht die Geduld und Zeit, sich aufwändige, strategische Beratungsleistungen einzukaufen und am Ende auf einem Haufen „Präsentationsfolien“ zu sitzen, Sie haben auch nicht die finanzielle Kraft und internen Ressourcen, um erfolgreich einen „Outside-the-Box“-Unternehmen aufzubauen und zu betreiben. Diese Unternehmen konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft und fragen sich anhand eines konkreten Falls, welchen unmittelbaren Nutzen „Cloud Computing“ und „Digitalisierung“ für sie hat, um Erfahrungen in der Public Cloud zu sammeln, insbesondere was Themen Managed Services, weltweite Verfügbarkeit, Sicherheit und Kosten betrifft.

Jedes Unternehmen startet auf seiner Reise in die Cloud von einem anderen „Fähigkeiten- und Ressourcenpool“ aus. Ein Berater kann hier sehr effektiven Nutzen liefern, eben nicht nur was die Gesetzgebung und andere Regularien betrifft, sondern auch, wie das Zusammenwirken mit der heutigen IT sichergestellt werden kann.

Als Empfehlung sollten folgende Rahmenbedingungen gegeben sein:

1. Der Berater hat nachweisbare und aktuelle Public Cloud Zertifizierungen aufzuweisen.

2. Der Berater hat nachweislich und referenzierbare Public Cloud Projekte umgesetzt. (Google, AWS, Azure etc.), insbesondere im Geschäftsumfeld des Mandanten.

3. Der Berater verfügt über dokumentierte „Best Practices“ in den Bereichen Migration, Automation und vor allen Dingen Sicherheit.

4. Der Berater ist in seinem eigenen Unternehmen einer von vielen, so dass er von einem Berater mit der gleichen Expertise, dem gleichen Skill-Set, jeder Zeit ersetzt werden kann.

5. Der Berater kann nachweisen, dass er es bereits geschafft hat, skalierbare Public Cloud Lösungen in Unternehmen verankern zu können.

6. Der Berater kennt gesamtheitliche IT-Organisationen und Architekturen.

7. Der Berater kennt die relevanten, lokale, wie auch internationale Regularien und Governance-Regularien.

8. Der Berater kann die Sensibilität der Daten, Anwendungen und Transaktionsprozesse „lesen“ und entsprechend Hinweise und Empfehlungen geben, was für welche Cloud-Variante am besten geeignet ist.

9. Der Berater kennt nachweislich die Veränderungen, die in Bezug auf die Nutzung der Public Cloud auf Unternehmen zukommen. Es geht also nicht nur um technisches Change Management.

Best Practices haben gezeigt, die „Reise zu den Wolken“ kann zäh und beschwerlich sein, oder aber man macht es von vorneherein richtig. Die folgende Abbildung zeigt den typischen Prozess auf der Reise in die Public Cloud und wie er mit Hilfe eines erfahrenen Beraters verkürzt werden kann.

Dabei ist es wichtig, den ersten Schritt sehr pragmatisch zu wählen und einen einfachen Anwendungsfall mit dem Berater in einem ersten Workshop zu besprechen und umzusetzen. Die Erfahrung hat gezeigt, während dieser einfache Anwendungsfall „seinen Weg in die Public Cloud“ findet, werden zahlreiche Erfahrungen gesammelt, die dann in einer parallel zu entwickelnden „Cloud Strategie“ einfließen und zwar auf Basis der unternehmenseigenen Realität.

Abstrakt

Ein kurzer Rückblick auf die bisherige Entwicklung der Computer erklärt, die Einfachheit hinter dem Begriff „Public Cloud“. Nicht jede Anwendung im Unternehmen oder Web-Service für Kunden ist für den Betrieb in der Public Cloud geeignet. Die richtige Vorgehensweise bei der Analyse und der Umsetzung von Projekten in der Public Cloud, ist mit dem richtigen Berater durchzuführen.

Public Cloud auch wichtig für Start-Ups

Wenn es Start-Up-Unternehmen in die deutsche Show „Höhle des Löwen“ schaffen, dann kollabieren regelmäßig die Websites dieser Unternehmen. Die Fernsehzuschauer wollen sich eben schnell ein Bild von dem Unternehmen im „Pitch“ machen. Erstaunlich, dass in unseren Zeiten Websites nicht verfügbar sein können, nur weil man seine Website selbst oder bei einem Rechenzentrum betreibt, das solche Verkehrsspitzen nicht verarbeiten kann. Man will sich gar nicht ausmalen, wie viele Investoren oder Kunden deshalb nicht den Weg zu diesem Start-Up-Unternehmen gefunden haben. Die Verfügbarkeit der eigenen Website aufrecht zu halten, selbst bei einem Massenandrang, ist eben über die Public Cloud möglich.

Zum Autor:

Dr. Robert Klimke verantwortet das Deutschland Geschäft eines weltweit operierenden Cloud-Dienstleister mit mehr als 9 Jahren Erfahrung aus mehr als 2.500 Cloud-Projekten. (rklimke@t-online.de)

Kurz-URL: http://www.88news.de/?p=1532594

Erstellt von an 21 Sep 2017. geschrieben in Telekommunikation. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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