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Südwest Presse: Leitartikel zur Verfolgung von Christen





Wieder trifft es Christen. Zum Auftakt der Karwoche
reißen in Ägypten zwei Selbstmordattentäter dutzende Menschen in den
Tod. Nicht zum ersten Mal weicht die Feststimmung hoher christlicher
Feiertage Trauer und Bestürzung. Die christlichen Kopten sind seit
Jahren ein Ziel islamistischer Fundamentalisten. Mit ihren Bomben
wollen sie die Nähe der schwachen Minderheit zur Staatsmacht, aber
auch das nicht immer reibungsfreie Miteinander von Christen und
Muslimen in Ägypten sprengen. Instrument dafür ist der Feldzug im
Namen einer Religion, im Fall der Terrormiliz IS, die sich kurz nach
dem Anschlag zu den Bluttaten bekannte, eines missbrauchten Islam.
Mord im Namen einer Religion ist in die Weltpolitik zurückgekehrt.
Das hat der bereits existierenden – oftmals staatlichen –
Drangsalierung und Verfolgung religiöser Minderheiten eine neue
gefährliche Zuspitzung verliehen. In nicht wenigen Staaten werden
Christen zu einem Feindbild stilisiert. Besonders sozialistische und
kommunistische Staaten gehen heute mit schlechtem Beispiel voran,
aber auch Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Über die
vermutlich hohe Zahl von Betroffenen gibt es nur Schätzungen. Das
Phänomen haben säkulare Gesellschaften wie die deutsche
jahrzehntelang ausgeblendet. Sie siedelten Christenverfolgung im
Mittelalter an. Doch es gibt heute eine Verfolgung von Christen –
auch wenn gegenüber der Bezeichnung Vorsicht angebracht ist. Nicht
selten wird der Begriff als Kampfvokabel eingesetzt. In diesem Fall
steht nicht mehr die Solidarität mit den Bedrängten im Vordergrund,
die sich in Hilfen, möglicherweise sogar in der sensiblen
Aufnahmepraxis Deutschlands niederschlagen müsste, sondern die Aus-
und Abgrenzung gegenüber anderen Weltanschauungen, vor allem
gegenüber „dem“ Islam. Politik im Namen der Religion peitscht auf und
schließt die Reihen gerade derjenigen, die das Banner führen. Wer zu
dieser Gruppe gehört variiert, ebenso die Besetzung der Opferrolle.
Sunniten kämpfen gegen Schiiten und umgekehrt, unter die Räder kommen
auch Sufis, Juden und Bahai, um nur einige zu nennen. In nicht
wenigen Ländern wird die Haltung der Mehrheit zum Diktat. Wer sie
nicht teilt, steht unter Verdacht. Besichtigen lässt sich das gerade
in der Türkei, wo die Anhänger der Gülen-Bewegung pauschal zu
Staatsfeinden erklärt werden. Der Fundamentalismus, besonders der
religiöse, ist eine Geißel der Zeit. Er bedroht auch in Europa, was
an Toleranz und Aufklärung errungen wurde. Deshalb ist der Einsatz
für die Religionsfreiheit in einem umfassenden Sinn so wichtig. Sie
garantiert, dass jeder seinen Glauben öffentlich leben kann, selbst
wenn er in der Minderheit ist. Auch die Freiheit vom Glauben wird
durch sie geschützt, ebenso das Recht des Einzelnen, seine
Weltanschauung zu ändern. Der Schutz von Christen lässt sich vom
Einsatz für Religionsfreiheit nicht trennen. Das müssen jene
verinnerlichen, die eine Religion gegen eine andere ausspielen
wollen.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: S?dwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: http://www.88news.de/?p=1478771

Erstellt von an 10 Apr 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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