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Thailand gibt seine Erfahrungen mit der Nachhaltigkeit für Entwicklungsländer weiter





Thailand ist schon seit geraumer Zeit
ein Vorreiter bei der Theoriebildung zu Entwicklungsfragen. Die
Ergebnisse der Überlegungen von vor über 50 Jahren über die
Beziehungen der Menschen untereinander, zu Umwelt- und zu
Wirtschaftsfragen des ehemaligen König Bhumibol Adulyadej wurden in
diesem Zusamenhang unter dem Titel „Sufficiency Economy Philosophy“
(SEP, Philosophie einer angemessenen Wirtschaftspolitik) in eine Form
gebracht, wie es in einer Stellungnahme des Außenministeriums heißt.
Eine solche Philosophie bot eine bedeutende Grundlage und stellte
einige Aspekte der hergebrachten Einstellungen über den Fortschritt
von Nationen in Frage. Sie spricht für Vernunft, Maßhalten und
Besonnenheit, die zusammen mit Wissen und Rechtschaffenheit, als den
beiden zugrundeliegenden Voraussetzungen, propagiert werden. Die SEP
ruft zu einem ganzheitlichen, ausgeglichen Lösungsansatz beim
Wachstum auf, was im Gegensatz zur allgemein vertretenen Betonung von
Profit und der bloßen Zahlen der Wirtschaftsleistung steht. Die SEP
basiert auf dem Wissen der Menschen vor Ort, das zu nachhaltigen
Ergebnissen führt, auch und gerade im Sinne der eignen Zufriedenheit
durch Erreichen des richtigen Gleichgewichts in den 4 Bereichen
Soziales, Wirtschaft, Umwelt und kulturelles Wohlergehen.

Als ein Land, dass die Prinzipien der SEP in seine
Entwicklungspolitik mit Verabschiedung des 9. National Economic and
Social Development Plan (2002-2006) (9. Plan zur nationalen
Wirtschafts- und Sozialentwicklung) übernommen hat, wird die
Wirtschaftsleistung von Thailand weithin anerkannt, wobei auch
wichtige Indikatoren gemessen werden, wie sich die Lebensbedingungen
der Menschen verbessert haben. Aktuell wenden mehr als 23.000
Dorfbewohner in Thailand die SEP bei ihrer Entwicklung auf kommunaler
Ebene an und es gibt rund 9.000 SEP-Dörfer, die sich zu Lernzentren
wandeln und für ganz Thailand als lebende SEP-Museen dienen.

Die wirtschaftliche und soziale Erholung, die sich aufgrund der
intensiven Anwendung der SEP in Thailand eingestellt hat, folgte der
Finanzkrise in Asien im Jahr 1997, die auch auf einer internationalen
Ebene zur Anerkennung der Weisheit und der Ideen führte, die hinter
der SEP stehen, wie das Außenministerium jetzt bekannt gibt. Einer
der Belege dafür ist der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten
Nationen (UNDP) erstellte Thailand Human Development Report 2007:
Sufficiency Economy and Human Development (Angemessene
Wirtschaftspolitik und menschliche Entwicklung), in dem festgestellt
wird, dass die Philosophie des Königs „eine große globale Relevanz in
diesen Zeiten der wirtschaftlichen Unsicherheit, der globalen
Erderwärmung und einer nicht nachhaltigen Nutzung von natürlichen
Ressourcen“ habe. Die Prinzipien der SEP wurden von vielen Ländern im
Zusammenhang mit der Finanzkrise von 2008 als relevant erachtet.

Dank der fortlaufenden Anstrengungen zur Verfeinerung der
Prinzipien und Methoden zu Hause und angesichts der Tatsache, dass
das Land seit 2003 selbst Hilfe bereitstellt, hat Thailand zunehmend
die Rolle eines Entwicklungspartners für andere Länder übernommen und
gibt seinen im eigenen Land entstandenen Lösungsansatz zur
Entwicklung und dort bewährte Methoden an andere weiter. Die SEP hat
sich mittlerweile in der ganzen Region und darüber hinaus
ausgebreitet, von Südostasien nach Afrika und sogar bis nach
Südamerika. Dabei arbeiten verschiedene Regierungsagenturen und
akademische Institutionen unter der Führung der Thailand
International Cooperation Agency – TICA (eine Agentur unter der
Leitung des Außenministeriums) zusammen, um finanzielle
Unterstützung, Unterstützung bei Personalentwicklung sowie
Unterstützung in Form von Wissen und Sachleistungen bereitzustellen.
Dazu gehören die Annual International Training Courses (Jährliche
internationale Weiterbildungskurse), das Thai International
Postgraduierten-Programm und das internationale Buakaew Roundtable
Gaststudierenden-Programm und ebenso die aktive Zusammenarbeit bei
Entwicklungsprojekten, bei denen die SEP zu Anwendung kommt, mit
anderen Ländern über Instrumente wie das South-South- und das
Trilateral-Kooperationsmodell.

Die TICA konnte zeigen, wie wenig die Grundlagen der SEP durch
geografische oder umweltbezogene Grenzen eingeschränkt sind, und
ebenso die Tatsache, dass ihre einzelnen Bestandteile genutzt werden
können, um eine ganze Reihe von Umweltproblemen, von der
Desertifikation bis zu Überschwemmungen, und auch die Gewährleistung
der Ernährungssicherheit anzugehen. Bis heute haben die
Entwicklungsprojekte, die auf der Anwendung der SEP aufbauen, zu
greifbaren Ergebnissen in 10 Ländern geführt: in der Demokratische
Volksrepublik Laos, Kambodscha, Lesotho, Chile, Tonga, Bangladesch,
Afghanistan, Indonesien, Myanmar und Osttimor (eine
Trilateral-Kooperation zwischen Osttimor, Deutschland und Thailand).

Die Königliche Thailändische Regierung hat, aufbauend auf der
ansehnlichen Grundlage bei der Zusammenarbeit, eine Initiative zur
„SEP for SDGs Partnership“ (SEP für Partnerschaften bei den
nachhaltigen Entwicklungszielen) ins Leben gerufen, wobei es hier
insbesondt um die Ausdehnung des Konzepts der nachhaltigen kommunalen
Entwicklung, einem Modell, dass auf der Anwendung der SEP beruht, in
weitere Gegenden der Welt voranzubringen. Bis jetzt gab es
Interessensbekundungen aus 16 Partnerländern aus ganz Asien, Afrika
und Mittelamerika, wobei es in einigen Ländern bereits Fortschritte
bei Plänen und Aktivitäten gegeben hat. Außerdem hofft Thailand
darauf, die Nachhaltige Entwicklung durch die „SEP for SDGs Youth
Partnership“ für die Zukunft weiter zu stärken. Diese Initiative
zielt auf die Einbindung von jungen Menschen auf der ganzen Welt, um
bei der Anwendung der SEP zur Umsetzung der nachhaltigen
Entwicklungszeile mitzumachen. Die UN Volunteers (UNV) ist die erste
Organisation unter Schirmherrschaft der UN, die gemeinsam mit
Thailand, neben anderen ASEAN-Ländern, im Juni 2017 eine Konferenz
organisiert hat, um sich über das Wissen zum freiwilligen Einsatz
junger Menschen für die nachhaltigen Entwicklungszeile, wozu auch die
SEP gehört, auszutauschen.

Diese Bemühungen dürften sicherlich einen Beitrag zur Verbesserung
einer Global Partnership, zu der im Hinblick auf Ziel 17 der
nachhaltigen Entwicklungszeile aufgerufen wurde, leisten, wodurch es
aber auch zu Erleichterungen bei der Erreichung der anderen 16 Ziele
kommen wird. Als Bestandteil unserer Bemühungen zur Förderung des
Wissens und eines pragmatischen Lösungsansatzes für eine nachhaltige
Entwicklung fühlt sich Thailand geehrt, das erste Land zu sein, das
in der Publikationsreihe „South-South in Action“ des United Nations
Office for South-South Cooperation (UNOSSC) vorgestellt wurde. Der
Bericht, der das SEP-Konzept und seine Anwendung besonders hervorhebt
und ebenso das Engagement Thailands bei der weltweiten
Entwicklungszusammenarbeit betont, wurde offiziell am 12. Januar 2017
am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York der Öffentlichkeit
vorgestellt.

Thailändisches Außenministerium

Tel.: +662-203-5000

Photo –
http://mma.prnewswire.com/media/560718/South_South_in_Action.jpg

Original-Content von: Ministry of Foreign Affairs, Thailand, übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: http://www.88news.de/?p=1535397

Erstellt von an 29 Sep 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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