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„ttt – titel thesen temperamente“ (hr) am Sonntag, 3. September 2017, um 23:10 Uhr





Kompromisslos für Gerechtigkeit: Arundhati Roy
„ttt“ im Gespräch mit Indiens wichtigster Schriftstellerin

Schon mit ihrem ersten Buch, „Der Gott der kleinen Dinge“, schrieb
sich Arundhati Roy in den Olymp der bedeutendsten Schriftsteller
weltweit. 20 Jahre hat sie ihre Fans seitdem auf den zweiten Roman
warten lassen. Nun ist es so weit: „Das Ministerium des äußersten
Glücks“ ist gerade erschienen und wurde schon jetzt zum
internationalen Bestseller mit Übersetzungen in mehr als 20 Sprachen
– und einer Nominierung für den Booker Preis. Schonungslos legt
Arundhati Roy darin den Finger in die Wunden der indischen
Gesellschaft: Gewalt gegen Frauen und religiöse Minderheiten,
Landraub und militärische Großmannssucht. Sie nimmt den Leser mit auf
einen Parforceritt durch die indische Geschichte der letzten 20
Jahre. Es ist ein düsterer Roman geworden, genauso düster, wie sie
das Land sieht: „In den 70 Jahren seit der Unabhängigkeit gab es
keinen Tag, an dem die Armee nicht gegen die eigenen Bürger oder
unsere Nachbarländer gekämpft hätte“, sagt Roy. Das neue indische
Selbstbewusstsein und der Hindu-Nationalismus von Regierungschef
Narendra Modi erinnern sie an den europäischen Faschismus der 30er
Jahre. In ihrer Heimat wird sie jetzt als Staatsfeindin beschimpft.
Dabei bleibt sich Arundhati Roy mit ihrem Roman selbst treu. Zehn
Jahre lang hat sie an diesem provokanten Buch gearbeitet, parallel zu
ihrem direkten – oft lautstarken – politischen Engagement. „Als Frau
wird man immer gleich als hysterisch bezeichnet, wenn man sich für
etwas engagiert“, sagt sie. Das kümmere sie nicht. Denn sie kenne
„keinen anderen Schriftsteller in Indien, der von so vielen Menschen
umarmt wird. Das gibt mir Kraft“. Trotz oder gerade wegen aller
Kritik: Arundhati Roy liebt ihr Land, und das vermittelt auch ihr
Roman.

„ttt“ hat Indiens wichtigste Schriftstellerin in der Altstadt von
Delhi getroffen.

Außerdem bei „ttt“:

„The End of Meat“ – Ein aufrüttelnder Dokumentarfilm über die
Folgen des Fleischkonsums: „ttt“ trifft Regisseur Marc Pierschel, der
als Trendsetter seit 15 Jahren auf alle Fleischprodukte verzichtet
und den heute niemand mehr für einen esoterischen Spinner hält.

The Circle“ – Der prophetische Science-Fiction-Thriller von Dave
Eggers über die „smarte Diktatur“ kommt ins Kino: „ttt“ geht der
Frage nach, wie viel Realität die Science-Fiction-Geschichte schon
heute abbildet, und unterhält sich mit dem
Internet-Governance-Professor Wolfgang Kleinwächter darüber, wie man
dieser dystopischen Vision entkommen kann.

Zeit für gesellschaftliche Zukunftsentwürfe! – Ein Zwischenruf von
Richard David Precht: „ttt“ hat den Philosophen in Düsseldorf
getroffen. Er will den angstgesteuerten Dystopien unserer Zeit etwas
entgegen setzen, den Horrorszenarien, die Wirklichkeit werden
könnten, wenn ihnen nichts entgegen gesetzt wird.

Der Bilderjäger – Wie der Fotograf Stefan Draschan Beute im Museum
macht: „ttt“ geht mit Draschan in Berlin auf Fotobeutefeldzug für
seine fotografische Trophäensammlung „People matching Artworks“.

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt

Moderation: Max Moor

Redaktion: Gitta Severloh und Edith Lange (hr)

Pressekontakt:
Redaktion: Gitta Severloh und Edith Lange (hr)
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: http://www.88news.de/?p=1525278

Erstellt von an 31 Aug 2017. geschrieben in Kultur. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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