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Westfalenpost: Mandat für Tsipras Von Gerd Höhler





Alexis Tsipras hat es wieder geschafft – und zwar
deutlicher als von den Demoskopen erwartet. Die Enttäuschung vieler
Wähler über die nicht eingelösten Wahlversprechen des Links-Premiers
und die Frustration über das neue Sparprogramm waren groß. Davon
profitierte die konservative Nea Dimokratia, die gegenüber der
vorigen Wahl leicht zulegen konnte.

Die griechischen Wähler haben Tsipras mehrheitlich im Amt
bestätigt. Sie verweigerten ihm aber die absolute Mehrheit, um die er
gekämpft hatte. Das ist gut so, denn eine Partei allein kann
Griechenlands Probleme nicht lösen – schon gar nicht das zerrissene
Linksbündnis Syriza, das am Streit über das neue Spar- und
Reformprogramm zu zerbrechen droht. Die bereits vollzogene Abspaltung
des linksextremen Flügels könnte Tsipras aber auf längere Sicht
helfen. Er hat nun die Chance, Syriza vom linken Rand des politischen
Spektrums in die linke Mitte zu führen. Damit könnte sich Syriza
neue, gemäßigte Wählerschichten erschließen und von einer Protest-
zur Volkspartei werden.

Gerade weil sich Syriza im Umbruch befindet, wäre Tsipras nun gut
beraten, eine möglichst breit aufgestellte Koalition zu bilden. Das
muss schnell gehen. Die neue Regierung hat keine Zeit zu verlieren.
Bald muss Griechenland weitere Reformgesetze verabschieden.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Kurz-URL: http://www.88news.de/?p=1264740

Erstellt von an 20 Sep 2015. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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