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„Hall of Fame des deutschen Sports“: Vier Neuaufnahmen, keine Mehrheit für Gustav-Adolf Schur / Deutsche Sporthilfe stößt weitere Debatte an / Forum im Herbst





Die Jury der „Hall of Fame des deutschen
Sports“ hat vier neue Mitglieder gewählt: Heike Drechsler, Sven
Hannawald, Franz Keller und Lothar Matthäus erhielten jeweils eine
deutliche Stimmenmehrheit. Gustav-Adolf „Täve“ Schur verfehlte das
Quorum von 50 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Die Nominierung des DDR-Radsportidols Schur hatte sowohl
Zustimmung als auch Kritik hervorgerufen – vor allem nach seinen
Aussagen in einem Zeitungsinterview, die als Verklärung des
DDR-Unrechts und als Verharmlosung des erwiesenen DDR-Dopings von
Minderjährigen ausgelegt wurden.

Dr. Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Sporthilfe, sagt zum Jury-Entscheid: „Schur ist nicht gewählt worden,
und es wird in dieser Weise keinen dritten Anlauf geben. Denn die
Sporthilfe ist überzeugt, dass man der gesamten Diskussion um die
deutsche Sport-Vergangenheit nur versuchen kann gerecht zu werden,
wenn man sich nochmals sehr grundsätzlich mit der Thematik
auseinandersetzt und nicht nur über Jury-Stimmen redet. Die
Sporthilfe stößt deshalb an, eine neuerliche öffentliche Diskussion
über die Vergangenheit des deutschen Sports und deren Aufarbeitung zu
führen.“

2011 war Schur schon einmal zur Wahl vorgeschlagen worden. Seine
damalige Nichtaufnahme in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ –
es gab ebenfalls keine Jury-Mehrheit – stieß auf viel Kritik bei
Sportfans aus den neuen Bundesländern.

Schur war diesmal vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf
Anregung von Andreas Silbersack, Präsident des Landessportbundes
Sachsen-Anhalt, sowie vom Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS)
nominiert worden. Silbersack hatte in der Konferenz der
Landessportbünde dafür die Zustimmung aller 16 Landessportbünde
erreicht. Sporthilfe, DOSB und VDS sind die ideellen Träger der „Hall
of Fame“.

„Im Fall von Schur bleibt die Meinung gespalten. Wir plädieren für
eine Debatte ohne die nachvollziehbare hohe Emotionalität der letzten
Tage – eine Debatte mit offenem Visier und losgelöst von einzelnen
Namen. Dafür werden wir im Herbst ein Forum veranstalten, das vom
Gründungsgedanken der ““Hall of Fame““ getragen werden wird, Brücken zu
bauen und konstruktive Debatten anzuregen, um aus der Vergangenheit
für die Zukunft zu lernen. Es ist aus unserer Sicht notwendig, im
Jahr 27 nach der Vereinigung überzeugende Antworten zu suchen auf die
Frage: Was soll, kann und muss eine ““Hall of Fame des deutschen
Sports““ leisten?“, sagt Michael Ilgner.

Im Leitbild der 2006 initiierten „Hall of Fame“ heißt es: „Der
Deutschen Sporthilfe als Initiator ist bewusst, dass die ““Hall of
Fame des deutschen Sports““ aufgrund der Geschichte Deutschlands eine
besondere Herausforderung ist. Mit der Einrichtung und
Weiterentwicklung der Ruhmeshalle ist ein Erinnerungs- und
Aufklärungsprozess in Gang gekommen, der auch unangenehme Wahrheiten
nicht verschweigen soll.“

Mit deutlicher Stimmmehrheit aufgenommen werden:

– Heike Drechsler, Leichtathletik
– Sven Hannawald, Ski nordisch/Springen
– Franz Keller, Ski nordisch/Kombination
– Lothar Matthäus, Fußball

Die Wahl der Neuaufnahmen in die „Hall of Fame des deutschen
Sports“ trifft eine Jury. Ausnahme bildete in diesem Jahr eine
erstmals erfolgte Publikumswahl im Januar in Zusammenarbeit mit BILD
und Bild Online, in der die Sportfans Magdalena Neuner und Michael
Schumacher in die Ruhmeshalle wählten. Die Jury setzt sich zusammen
aus allen lebenden „Hall of Fame“-Mitgliedern sowie aus den
Vorsitzenden von Vorstand, Aufsichtsrat und Stiftungsrat der
Deutschen Sporthilfe, den Mitgliedern des Stiftungsrats,
Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Olympischen Sportbundes,
des Verbands Deutscher Sportjournalisten, der Politik sowie
Persönlichkeiten weiterer Institutionen des Sports. Das 50-jährige
Jubiläum der Deutschen Sporthilfe, das am 26. Mai ansteht, und die
Bedeutung der deutschen Einheit für den Spitzensport bildeten die
Klammer zur diesjährigen Vorschlagsliste. Mit den vier aktuellen
Neuaufnahmen besteht die „Hall of Fame“ nun aus 108 Mitgliedern.

Nationale Förderer“ sind Deutsche Lufthansa, Mercedes-Benz,
Deutsche Bank, Deutsche Telekom und Deutsche Post. Sie unterstützen
die Stiftung Deutsche Sporthilfe, die von ihr betreuten Sportlerinnen
und Sportler und die gesellschaftspolitischen Ziele der Stiftung in
herausragender Weise.

Pressekontakt:
Stiftung Deutsche Sporthilfe
Hans-Joachim Elz
Otto-Fleck-Schneise 8
60528 Frankfurt am Main
Tel.: 069-67803 – 350
Fax: 069-67803 – 599
E-Mail: hans-joachim.elz@sporthilfe.de
Internet: www.hall-of-fame-sport.de

Original-Content von: Stiftung Deutsche Sporthilfe, übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: https://www.88news.de/?p=1485133

Erstellt von an 28 Apr 2017. geschrieben in Sport/Fitness. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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