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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Gutachten zu Forschung und Innovation Umdenken – möglichst schnell Carsten Heil





Das Zeugnis reicht allenfalls für eine knappe
Versetzung. Leistungsstark sieht anders aus. In Deutschland geht der
digitale Wandel viel zu langsam voran. Das hat – verpackt in sanfte
Worte – die Expertenkommission Forschung und Innovation der
Bundesregierung bescheinigt. Immerhin ist es der zehnte Bericht
dieser Art und ein hoch industrialisiertes Land muss in dieser
Schlüsselwirtschaft der Zukunft mehr an den Start bekommen als
derzeit. Nur ein paar Zahlen: Das kleine Israel spendiert an
Forschungsmitteln und vor allem Wagnis-Kapital für junge
Startup-Unternehmen 3,6 Milliarden Dollar im Jahr, die USA etwa 60
Milliarden Dollar. In Deutschland sind es gerade mal rund 700
Millionen. Auch beim Steuerrecht hinken wir hinterher. In der
Digi-Branche scheitern etwa 90 Prozent aller Projekte. Häufig steigen
dann andere Ideen- und Geldgeber ein, um das Vorhaben doch noch
weiter zu bringen. Den Verlustvortrag jedoch können die neuen
Investoren in Deutschland nicht mitnehmen. Da ist schon das deutsche
Steuerrecht starrer als beispielsweise in den USA, wo das möglich
ist. Ein klarer Wettbewerbsnachteil. Längst müsste die Ausbildung von
Lehrern an den Unis viel stärker auf Programmieren und Entwickeln
ausgerichtet sein. Denn die Lehrer müssen in der Lage sein, gut
qualifiziert und angstfrei vor ihren Schülern aufzutreten und denen
diese Schlüsseltechnologie beizubringen. Doch von Einzelinitiativen
abgesehen – Fehlanzeige. Wenn Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU)
fünf Milliarden Euro ausgeben will, um Schulen nicht nur ans Netz zu
bringen, sondern auch darüber hinaus auszustatten, rufen hierzulande
Gewerkschaften, Lehrerverbände und Landespolitiker sofort: Stopp!
Schule ist Ländersache, da soll sich der Bund fein raushalten. Die
neue Zeit benötigt aber neue Antworten. Sie stellt darüber hinaus
auch neue Fragen: Was passiert denn, wenn die Automobilindustrie in
zehn oder 20 Jahren komplett auf e-Mobilität umgestellt sein wird?
Dann schwächelt das Rückgrat des deutschen Wohlstandes und wir müssen
uns heute schon Gedanken machen, wie wir es wieder fit machen können.
Oder wie wir Ersatz an Arbeitsplätzen schaffen. Das kann die
Digital-Wirtschaft leisten. Dazu aber muss ein drastisches Umdenken
einsetzen, das in neues Handeln mündet. Die Region ist mit „ITs OWL“
auf gutem Weg. Aber längst noch nicht weit genug.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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Erstellt von an 15 Feb 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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