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Rheinische Post: Kommentar / Schluss mit Trickserei in Athen und Berlin = Von Antje Höning





Obwohl sich Griechenland und Europa am Freitag
im Schuldenstreit geeinigt haben, ist die Krise nicht vorbei. Das
ungebrochen selbstbewusste Auftreten des Duos Tsipras/Varoufakis
lässt Böses ahnen. Sie tönen, die Griechen würden das Drehbuch der
Reformen nun wieder selbst schreiben. Nein, werden sie nicht. Sie
wollen Milliarden von Europa, also wird Europa ihnen sagen, wofür sie
das Geld nutzen – und wofür nicht. Im günstigen Fall diente das
Triumph-Geheul nur der Beruhigung der griechischen Wähler. Im
ungünstigen Fall glaubt die Tsipras-Regierung wirklich, dass sie
Sieger der Euro-Schlacht von Freitag ist und mehr als eine
Umetikettierung der Troika erreicht hat. Entsprechend mau dürften
dann die konkreten Reformpläne ausfallen, die Athen jetzt vorlegen
muss. Dabei ist keine Zeit mehr für Tricksereien. Keine Zeit ist auch
für Spielchen von Bundestags-Abgeordneten wie CSU-Größe Michelbach,
der Bedenkzeit bis März fordert. Hellas braucht ab Samstag Geld –
oder stolpert in eine Staatspleite, die die Euro-Zone besser nicht
erleben sollte. Da müssen die Abgeordneten eben schneller prüfen, ob
sie die Politik von Finanzminister Schäuble mittragen. Dessen Satz
„Am 28.2. isch over“ gilt auch für den Bundestag.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Kurz-URL: https://www.88news.de/?p=1176181

Erstellt von an 22 Feb 2015. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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