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Rheinische Post: Notfalls Impfpflicht





Die Idee einer Impfpflicht gegen Masern in
Deutschland ist ein alter Hut; in der DDR bestand sie, und weil sie
herrschte, wurde über sie nicht diskutiert. Sie war ein sinnvolles
Gesetz und rettete Leben. Jetzt zieren sich Politiker bei der
Einführung der Impfpflicht, weil sie die Eltern lieber aufrütteln,
informieren und selbstbestimmt entscheiden lassen möchten. Leider
haben weder Politiker noch Mediziner das Informieren je professionell
gelernt; so bieten die Flyer der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung nur typisches Broschüren-Gebrabbel. Man bekommt wenig
geboten und lernt fast nichts. Hat schon einmal jemand einen
originellen TV-Werbespot zum Thema Impfen gesehen? Wie wenig
Info-Kampagnen zu medizinischen Themen tatsächlich wirken, sehen wir
bei den Organspenden: Deren Zahl sinkt dramatisch. Die Idee einer
ärztlichen Impfberatung als Zugangsklausel für Kindergärten ist
richtig. Aber sie muss Teil eines Stufenplans sein. Greift Methode A
nicht, muss Methode B an den Start. Bleiben weiterhin viele Eltern
impfmüde, sollte der Staat das Impfen anordnen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Kurz-URL: https://www.88news.de/?p=1176803

Erstellt von an 23 Feb 2015. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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