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Scharimbetow kontra Abljasow: Skandal hat nichts mit Politik zu tun / Ehemalige Chefs der kasachischen BTA-Bank widersprechen einander / 11 Milliarden Euro Schaden





Elf Milliarden Euro soll der Schaden betragen, den
die kasachische BTA-Bank durch fragwürdige Aktivitäten ihrer früheren
Spitzenmanager erlitten habe. Diesen Verlust bezifferte die BTA-Bank
im Lauf des Gerichtsverfahrens, das derzeit in der kasachischen
Hauptstadt Astana läuft.

Der Prozess richtet sich gegen den früheren Banker Schaksylyk
Scharimbetow, einst Stellvertreter des ehemaligen
Vorstandsvorsitzenden Muchtar Abljasow. Scharimbetow räumte im
Verfahren seine Schuld ein und arbeitet nun eng mit der kasachischen
Justiz zusammen, indem er viele Einzelheiten über die Vorgehensweise
bei den Veruntreuungsfällen von BTA-Geldern offenbarte.

In einem wesentlichen Punkt widerspricht Scharimbetow seinem
früheren Vorgesetzten. Abljasow behauptet neuerdings, er sei
politischer Dissident und werde politisch verfolgt, weil er im Exil
eine Partei namens „Democratic Choice of Kazakhstan“ etablieren
wolle. Mit diesem Vorwand erreichte er jüngst eine Intervention von
vier EU-Parlamentariern bei Interpol und dem Europäischen Auswärtigen
Dienst der EU-Kommission. Auch der frühere kasachische Oligarch
Viktor Khrapunov, der mit Abljasow durch diverse Kooperationen sowie
die Ehe seines Sohnes Ilijas mit einer Tochter Abljasows verbunden
ist, gab sich als politisch Verfolgter aus, offenbar um von den
Vorwürfen der Geldwäsche, Veruntreuung, Korruption und des Betrugs
abzulenken. Scharimbetow hingegen sagte nun aus, in der Angelegenheit
sei Politik keineswegs im Spiel, Abljasow sei auch kein
Oppositioneller. Es habe nur kriminelle Motive gegeben.

Scharimbetow – er war acht Jahre lang auf der Flucht quer durch
Europa gewesen und Anfang des Jahres am Istanbuler Flughafen
festgenommen worden – schilderte Details aus den Machenschaften der
einstigen BTA-Topmanager. So seien mehr als 600 Offshore-Unternehmen
gegründet worden, die dazu gedient hätten, Abljasows Verwandten sowie
ihm selbst das Vermögen zuzuführen. Unter anderem sei 2003 in London
eine Eastbridge Capital Limited gegründet worden, die allerdings am
31. Dezember 2013 wieder aufgelöst wurde.

Bisher war von Schäden in Höhe von umgerechnet mehreren Milliarden
Euro die Rede, nun wurde der Gesamtschaden konkret mit zwölf
Milliarden US-Dollar, etwas mehr als elf Milliarden Euro, beziffert.
Das abgezweigte Vermögen soll Spar- und Pensionsguthaben von
kasachischen Bürgern, Darlehen ausländischer Institute,
Depositenkonten und staatlichen Subventionen aus Russland, Kasachstan
und der Ukraine entstammen.

Der Prozess in Astana wird fortgesetzt. Die Zeugenaussagen
Scharimbetows werden als neues Beweismaterial im Verfahren gegen
Abljasow verwendet.

Pressekontakt:
Alex Weiden, Berliner Korrespondentenbüro
E-Mail: weiden@rg-rb.de
Tel. +49 30 2639 3328

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Erstellt von an 9 Mai 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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