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Vom Metallbauer zum Fitnessprofi: „Die beste Entscheidung meines Lebens“






 

Regenstauf. „Das Berufsförderungswerk Eckert hat mich weder gesund gemacht“, so Kai Greulich. 2014 kam der alleinerziehende Vater an den Campus Regenstauf. Mit im Gepäck: Zwei kleine Töchter und die Hoffnung auf einen beruflichen Neustart. Ein schwerer Autounfall machte das Arbeiten als Metallbauer – Fachrichtung Konstruktionstechnik unmöglich. Die damit verbundenen Aufgaben verschlimmerten seine ohnehin großen Schmerzen, das raue Arbeitsklima und Mobbing setzen ihm zu. „Es musste sich etwas ändern“, so der 31-jährige. Ohnehin: „Sport war schon immer seine Leidenschaft.“ Und die machte er jetzt zu seinem Beruf, durch eine Umschulung zum Sport- und Fitnesskaufmann am BFW Eckert.

Unglücklich durch Schmerzen & Mobbing
„Bei mir ist nicht immer alles glatt gelaufen“, so Kai Greulich. Mit nur 17 Jahren hatte er einen schweren Autounfall, seither kämpfte er mit starken Schmerzen. Trotzdem entschied er sich mit 19 eine Ausbildung als Metallbauer – Fachrichtung Konstruktionstechnik zu beginnen. „Es war ein Knochenjob aber ich hab mich durchgebissen.“ Die einseitige Arbeitshaltung verschlimmerte seine gesundheitlichen Probleme stetig – der raue Umgangston, unzählige Überstunden und schließlich Mobbing taten ihr Übriges. „Damals war ich sehr unglücklich.“ Doch Greulich ist eine Kämpfernatur: Die Lehre erfolgreich abgeschlossen arbeitet er noch ein weiteres Jahr als Metallbauer. Bis er sich mit 23 Jahren einer Operation als Spätfolge des Autounfalls unterziehen musste. „Die nächsten fünf Jahre bin ich dann Taxi gefahren.“ Zwischenzeitlich wurde der damals 25-jährige Vater. Der Schmerz blieb jedoch sein täglicher Wegbegleiter. „Nach langem hin und her habe ich mir also eine neue Hüfte einsetzen lassen.“ Es ging ihm besser, doch noch während seines Krankenhausaufenthalts ließ ihn seine Freundin mit zwei Kleinkindern zurück. Alleinerziehend.

„Ich wollte meinen Kindern etwas bieten können.“ So entschloss er sich einen Schlussstrich unter den holprigen Lebenslauf zu ziehen – eine berufliche Rehabilitation sollte der erste Schritt in eine bessere Zukunft sein. „Wenn nicht jetzt, wann dann:“ Diesen Leitspruch noch kaum auf die eigenen Fahne geschrieben, fand er am Berufsförderungswerk Eckert in Regenstauf nicht nur die passende Umschulung: Ganztägige Kinderbetreuung, ein umfassenden Freizeitangebot – unter anderem für Sportbegeisterte – und Campus-Apartments am Schulgelände: „Ich habe schnell gemerkt: Was mir Eckert gibt, gibt mir keiner.“ So zog er mit seinen zwei kleinen Töchtern nach Bayern. Genauer gesagt nach Regenstauf, über 300 Kilometer entfernt von der Heimat. Während er seine Töchter im Sieglinde Eckert Kindergarten gut versorgt wusste, durchlief er die Umschulung zum Sport- und Fitnesskaufmann.

Umschulung begeistert mit maximaler Praxisnähe
Künstliche Hüfte, Sport als Beruf – wie passt das zusammen? „Sehr gut sogar“, lacht er. „Sport lindert meine Schmerzen, nur wenn ich mich bewege bin ich auch gesund.“ Am Campus Regenstauf fand er dafür die besten Bedingungen: „Ich war fast täglich im Workout und habe trainiert.“ Dort fand auch ein großer Teil seiner zweijährigen Ausbildung statt. Im Unterricht ging es um kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Personalwirtschaft oder Marketing. Ernährungslehre und Anatomie standen ebenso auf dem Lehrplan, wie Kundenbetreuung und –beratung oder Vereinsrecht. Die praktischen Lerneinheiten sind ihm besonders im Gedächtnis geblieben: „Einmal haben wir einen Trainingsplan ausgearbeitet und danach mit Klassenkameraden einen Trainingskurs simuliert. Genau das zählt jetzt auch zu meinen täglichen Aufgaben im Beruf.“

Er hat den Spagat zwischen Umschulung, Gesundheit und Familie mit Bravour gemeistert. Seine Abschlussnote von 1,59 ist der Beweis. Einfach war es jedoch nicht: „Nach dem Unterricht habe ich meine Töchter abgeholt und den Abend mit ihnen verbracht. Gelernt habe ich oft um 3 Uhr morgens“, berichtet Greulich. Die Unterstützung seiner Familie, Freunden am Campus, Dozenten und Psychologen ließ ihn durchhalten. „Anfangs fragte ich mich natürlich wie ich das schaffte sollte. Doch mit der Zeit ging’s. Ich merkte einfach: Es bleibt etwas hängen, die Prüfungen fallen mir leicht.“ Und wenn der Kopf rauchte, gab es immer noch den Sport als Hobby.

Greulichs Fazit: „Ich habe zu mir gefunden“
Am Berufsförderungswerk Eckert schöpfte er neuen Mut: „Ich habe gelernt mich den Dingen zu stellen, nicht abzuhauen, wenn es mal schwierig wird.“ Mittlerweile arbeitet er als Studioleiter im Fitnessstudio he&she fit in Nittenau– seiner Wahlheimat, der Oberpfalz, ist er treu geblieben. Vom neuen Arbeitsumfeld ist er begeistert: „Der Zusammenhalt der Kollegen ist einmalig gut, wir helfen uns gegenseitig. Konkurrenzdenken gibt es nicht. Und obendrein habe ich die besten Chefs überhaupt“, betont der 31-jährige. Im Nittenauer Fitnessstudio kümmert er sich nicht nur um Buchhaltung, Fitnessverträge oder Schriftverkehr. Er genießt den täglichen Umgang mit Menschen, die Beratung der Kunden, die Leitung einzelner Fitnesskurse. Er hat erkannt: Sport ist seine Leidenschaft, seine Berufung. „Ich würde die Umschulung jederzeit wieder am BFW Eckert machen. Durch meine Zeit dort habe ich zu mir gefunden.“

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Erstellt von an 1 Feb 2017. geschrieben in Bilder, Bildung/Job. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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