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Was tun, wenn die Zinswende kommt?






 

Ben Bernanke hat im Juni den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm der USA angekündigt. Die Märkte reagierten mit einem Ausverkauf aller Asset-Klassen. War diese Pressekonferenz der Beginn der Zinswende? Wenn ja, sollten Investoren für längere Zeit mit steigenden Zinsen rechnen, da Zinszyklen langfristiger Natur sind. Was bedeutet das für Anleger?

Wie war die Situation in der letzten Phase steigender Zinsen?

Für die USA liegt das umfangreichste Zahlenmaterial vor. Der US-Leitzins stieg von 1961 bis 1981 von zwei auf zwanzig Prozent, erst Anfang der Achtziger bekam die Notenbank die hohe Inflation wieder in den Griff. Gleichzeitig veränderten sich seit den sechziger Jahren die Rahmenbedingungen für die Märkte: Die Spannungen zwischen Ost und West nahmen zu, die USA beendete die Goldpreisbindung des Dollars, die Banken vergaben keine Kredite mehr.

Wie entwickelten sich die Märkte in dieser Zeit?

Die Renditen für 30-jährige Anleihen stiegen von drei auf knapp vierzehn Prozent – Anleger erlitten schmerzhafte Kursverluste. Der Dow Jones profitierte zunächst und stieg nach der ersten Zinserhöhung um 60 Prozent! Danach setzte eine lange Seitwärtsbewegung ein – erst 1982 konnte der Index die Hochs aus 1965 überwinden. Die Unternehmen verdoppelten in dieser Zeit ihre Gewinne, ohne dass sich dies in steigenden Kursen bemerkbar gemacht hat. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Dow Jones sank von 1965 bis 1981 von zwanzig auf zehn – die Märkte wurden trotz steigender Gewinne immer billiger (s. Grafik).

Gold stieg von 50 auf 680 Dollar; allerdings galt bis 1974 ein Goldbesitzverbot, so dass die ab diesem Zeitpunkt sprunghaft ansteigende Nachfrage für diesen Anstieg verantwortlich ist. Der Goldpreis verlor übrigens bereits ein Jahr vor Ende der Hochinflationsphase innerhalb kurzer Zeit über fünfzig Prozent an Wert.

Was bedeutet das für das aktuelle Umfeld?

„Die Welt befindet sich wie in den Sechzigern in einem fragilen Umfeld. Die Staatsschuldenkrise in Europa, Protektionismus und „Währungskriege“ und eine sinkende Kreditvergabe der Banken sorgen für ähnliche Rahmenbedingungen wie damals“, erläutert Alexander Daniels, Vorstand der Hamburger Knapp Voith Vermögensverwaltungs AG.

Doch was heißt das jetzt für die Anleger? Welche Möglichkeiten haben sie, ihr Vermögen vor dem Hintergrund dieser sich verändernden Situation anzulegen? „Die Geschichte zeigt, dass von einer Zinswende zunächst Aktien profitieren. Je länger die Zinsen steigen, desto eher dürften die Aktienmärkte nur noch mit hohen Schwankungen seitwärts laufen“, sagt Kapitalmarktexperte Daniels. Anleger müssten somit ihre Rendite aus Dividenden und Zinsen von kurzlaufenden Anleihen erwirtschaften. Insbesondere Unternehmensanleihen wären dann attraktiv, da die Gewinne steigen und sich die finanzielle Situation der Firmen verbessert. „Gold hat sich in der vergangenen Phase steigender Zinsen positiv entwickelt, allerdings könnte diese Entwicklung mit dem Ende des damaligen Goldbesitzverbotes zusammen hängen“, fügt Prokurist Christian Gritzka hinzu.

Investoren sollten sich daher bei der Aktienauswahl auf substanzstarke Werte mit attraktiver und nachhaltiger Dividendenpolitik konzentrieren, raten die Vermögensverwalter der Knapp Voith AG. Bei Anleihen sollte der Fokus auf Unternehmensanleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten sowie auf variabel verzinste oder inflationsgeschützte Papiere liegen.

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Erstellt von an 25 Jul 2013. geschrieben in Bilder, Geld. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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