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Weser-Kurier: Benjamin von Blomberg geht an die Münchner Kammerspiele





Bremer Chefdramaturg wechselt zur Spielzeit
2015/2016 in gleicher Funktion in das Team des designierten
Intendanten Matthias Lilienthal

Benjamin von Blomberg, seit der Spielzeit 2012/13
Schauspielspartenleiter und Chefdramaturg am Theater Bremen, wechselt
zur Spielzeit 2015/2016 an die Münchner Kammerspiele. An dem
traditionsreichen Haus, das zu den bedeutendsten Sprechtheatern in
Deutschland zählt, wird er als Chefdramaturg den zum gleichen
Zeitpunkt sein neues Amt antretenden Intendanten Matthias Lilienthal
unterstützen. Das berichtet der in Bremen erscheinende WESER-KURIER
(Mittwochsausgabe). Von Blomberg, Jahrgang 1978, hat sich die
Entscheidung, nach nur drei Jahren von der Bremer Bühne abzutreten,
nach eigener Aussage nicht leicht gemacht, freut sich aber auf die
Arbeit am renommierten Haus an der Maximilianstraße, wie er gegenüber
dem WESER-KURIER sagte. Im November vergangenen Jahres habe ihm
Matthias Lilienthal, der zwei Monate zuvor seinen Wechsel an die
Kammerspiele bekanntgegeben hatte, ein Angebot unterbreitet. Vor
einigen Wochen informierte von Blomberg das Theater Bremen samt
Ensemble über seine Entscheidung. Seiner letzten Bremer Spielzeit,
deren Programm er gerade erst am vergangenen Freitag bei einer
Pressekonferenz mit anderen Spartenleitern und seinem Mentor aus
Hamburger Thalia-Tagen, Generalintendant Michael Börgerding,
präsentierte, will sich von Blomberg „mit ganzem Einsatz widmen“.
Sein künftiger Chef Matthias Lilienthal, derzeit Programmdirektor des
Festivals „Theater der Welt“ (23. Mai bis 8. Juni in Mannheim)
machte sich in der Theaterbranche einen Namen als Chefdramaturg an
Frank Castorfs Berliner Volksbühne. Von 2003 bis 2012 war er
künstlerischer Leiter des Berliner Theaters HAU (Hebbel am Ufer). Aus
dieser Zeit rührt auch seine – bislang lediglich flüchtige –
Bekanntschaft mit von Blomberg. Dieser hatte gemeinsam mit seinem
Bonner Schulfreund Benedikt von Peter, heute Opernspartenleiter am
Theater Bremen, die freie Gruppe „evviva la diva“ gegründet – und
Lilienthal ein Projekt vorgeschlagen, das im Juni 2004 unter dem
Titel „zwei etagen. keine treppe“ im HAU 1 in Kreuzberg über die
Bühne ging. Hübsche Ironie der Bühnengeschichte: Die designierten
Denker und Lenker der Kammerspiele wurden zeitgleich mit in ihrem
Metier begehrten Meriten bedacht: Im September 2012 wurde von
Blomberg in einer Kritikerumfrage des Magazins „Theater heute“ für
seine dramaturgische Arbeit an Nicolas Stemanns Inszenierung von
„Faust I + II“ geehrt, die 2011 am Thalia-Theater in Kooperation mit
den Salzburger Festspielen entstand. Der für anarchische Konzepte
berüchtigte Lilienthal, vormals Arbeitsintimus des 2010 verstorbenen
Regie-Berserkers Christoph Schlingensief, bescherte dem HAU zum
zweiten Mal den Titel „Theater des Jahres“. Derzeit führt das
künftige Kammerspiele-Gespann erste inhaltliche Gespräche.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

Kurz-URL: https://www.88news.de/?p=1052524

Erstellt von an 29 Apr 2014. geschrieben in Kultur. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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