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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum»Menschen-Museum« von Gunther von Hagens





Gunther von Hagens entzieht menschlichen
Körper(teile)n das Wasser und ersetzt es durch Kunststoff. Warum?
Weil er es kann. Einen anderen Grund gibt es nicht, auch wenn der
Anatom behauptet, man könne von seinen Plastik-Leichen viel über das
Leben lernen. Die Zurschaustellung von Muskeln und Sehnen ist
ekelhaft. Menschen, die sich das ansehen (in Berlin nur wenige),
beweisen kaum das Gegenteil – sie zelebrieren den Ekel bloß als
modischen Chic. Und Zeitgenossen, die anderen gestatten, ihren Körper
post mortem zu begaffen, wird man eine narzisstische Störung
diagnostizieren dürfen. Wenn es nicht gar Alkoholiker im Endstadium
waren, ihrer Sinne bei der Einverständniserklärung kaum mehr mächtig:
Diese unanständige Praktik hat man Hagens schon früher nachgewiesen.
Zellen, die statt Wasser Plastik enthalten, gehen nicht mal als Kunst
durch. Paragraph 14 des Berliner Bestattungsgesetzes legt fest:
»Leichen dürfen nicht öffentlich ausgestellt werden.« Auch nicht im
Fernsehturm. Man beerdige die von einem Egomanen missbrauchten Opfer
und lasse sie in Frieden ruhen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Kurz-URL: https://www.88news.de/?p=1174915

Erstellt von an 18 Feb 2015. geschrieben in Kultur. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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