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Westfalenpost: Joachim Karpa zu Psychiatrie-Opfern im Marsberger St. Johannis-Stift





Der die Aussagen Betroffener liest, wer sich mit
ihrem Werdegang beschäftigt, der weiß: Ihr ganzes Leben kämpfen sie
mit den Folgen des Aufenthaltes im St. Johannis-Stift in Marsberg.
Tägliche Züchtigung, seelische Gewalt und sexueller Missbrauch
hinterlassen Spuren. Die Vorkommnisse stammen nicht aus einer Zeit,
in der Gewaltpraktiken zum Werkzeug psychiatrischer Einrichtungen
gehörten. Nein, die menschenverachtenden Rituale der Bestrafung wären
auch damals Straftatbestand gewesen. Heute sind die Taten verjährt.
Das verantwortliche Personal ist nie zur Rechenschaft gezogen worden.
Ein Skandal. Die Aufarbeitung der Vorfälle von Marsberg geht Jahre
später noch unter die Haut, zeigt auf, wie viel in der Vergangenheit
falsch gelaufen ist – und liefert Stoff für die Gegenwart. Auch
heute geht das Personal in der Psychiatrie bis an die Grenzen der
Belastbarkeit. Wie klein ist der Schritt zu Übergriffen,
beispielsweise einer Fixierung des Patienten? Die Betroffenen können
sich nicht wehren. Heute auch nicht. Null Toleranz verspricht der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe in diesen Fällen. Ein Versprechen,
an dem er sich messen lassen muss.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Original-Content von: Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 9 Feb 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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