16. Bayerischer Fachkongress Glücksspiel in München

Während Millionen Menschen weltweit die Spiele der FIFA-Fußball-WM 2026 verfolgen, rückt die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) ein zunehmendes Problem in den Fokus der Öffentlichkeit: die allgegenwärtige Werbung für Sportwetten und die Folgen exzessiven Wettens für suchtgefährdete Menschen. Vor diesem Hintergrund lädt die LSG Fachkräfte aus Suchthilfe, Medizin, Prävention sowie Vertreter:innen aus Politik und Medien unter anderem zu diesem Thema passend zum diesjährigen Fachkongress nach München ein.

Konrad Landgraf, Geschäftsführer der LSG und Suchtexperte: „Fußball-Großereignisse wie die WM sind ein Riesenevent – und gleichzeitig Hochsaison für die Glücksspielbranche. Wir müssen die Menschen darauf aufmerksam machen, dass exzessives Wetten auf Sportergebnisse ein hohes Suchtrisiko birgt.“

Denn die Zahlen sind alarmierend: Unter den Nutzenden von Live-Sportwetten weisen 27 Prozent eine glücksspielbezogene Störung auf – ein erschreckend hoher Anteil. Vor dem Hintergrund von globalen Sportevents und der damit einhergehenden Intensivierung von Wettangeboten und -werbung gewinnt das Thema Suchtprävention in besonderem Maße an Dringlichkeit. Der LSG-Kongress widmet sich gezielt diesen Herausforderungen: Ein einführender Impulsvortrag sowie eine prominent besetzte Podiumsdiskussion mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Prävention, Politik und Medien beleuchten aktuelle Entwicklungen und diskutieren gemeinsam Lösungsansätze. Neben dem Schwerpunktthema Sportwetten greift der Kongress ein weiteres hochaktuelles Phänomen auf: das Risiko- und Suchtverhalten im Kontext von Online-Trading und Trading-Apps.

Landgraf: „Online-Trading ist auf den ersten Blick für die meisten Menschen kein Glücksspiel – aber die psychologischen Mechanismen dahinter, die zur Sucht führen können, sind erschreckend ähnlich. Hier brauchen wir dringend mehr Aufklärung, passende Beratungsangebote und eine bessere Regulierung.“

Am Nachmittag stehen praxisorientierte Workshops auf dem Programm: Deeskalationskommunikation, Gruppenarbeitsmethoden mit Glücksspielenden und der Umgang mit fehlender Krankheitseinsicht. Online-Teilnehmende erhalten Einblicke in die Recovery-Bewegung sowie Methoden zur Resilienzstärkung im beruflichen Alltag.

Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter:innen des gesamten Suchthilfesystems – darunter Beratungsstellen, Kliniken, Praxen, Gesundheitsämter, Jugendämter und Präventionseinrichtungen, aber auch Betroffene und Angehörige. Die Teilnahme ist für Mitarbeitende der staatlich geförderten Suchthilfe, der Wohlfahrtsverbände, Mitglieder der Selbsthilfe sowie Beamtinnen und Beamte kostenlos. Für alle anderen Teilnehmenden fällt eine Gebühr von 80 Euro an. Für den Besuch werden Fortbildungspunkte bei der PTK Bayern beantragt.

Zum Flyer.

Die Veranstaltungsdetails auf einen Blick:

Wann: 21. Juli 2026, 9:30 bis 16:45 Uhr

Wo: Evangelischer Handwerker-Verein e.V., Mathildenstraße 4, 80336 München

Format: Präsenz und Online

Anmeldung zur Veranstaltung unter: bas@bas-muenchen.de