Deutscher Geldanlage-Index Sommer 2026 (DIVAX-GA): Stimmung zu Aktienanlagen weiter auf hohem Niveau

– Deutscher Geldanlage-Index DIVAX-GA auf historisch zweithöchstem Wert
– Neobroker auf dem Vormarsch
– KI-Nutzung hält Einzug bei der Geldanlage
– Weiter großes Interesse an persönlicher Beratung

Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen bleibt die Stimmung in der Bevölkerung zu aktienbasierten Geldanlagen gut. Dies zeigt der Deutsche Geldanlage-Index (DIVAX-GA) des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA), der im Juli 2026 mit 34,5 Punkten den zweithöchsten Wert seit Beginn der halbjährlichen Messungen im Sommer 2020 erreicht hat. Nur im Winter 2024 war der Wert mit 35,5 Punkten etwas höher. Befragt wurden knapp 2.000 Bürgerinnen und Bürger.

„Die positive Grundstimmung ist absolut plausibel“, kommentiert Prof. Dr. Oliver Schellenberger, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA, „denn die großen Börsen-Indices sind weiter auf Rekordkurs, und intakte Aufwärtstrends an der Börse bestimmen das Meinungsbild zu Aktien eben viel stärker als die Politik oder kriegerische Konflikte. Im Gegenteil: Es hat sich offensichtlich die Haltung manifestiert, dass den Börsen abgesehen von kurzfristigen Rücksetzern nichts etwas anhaben kann“.

Ostdeutschland schließt auf – junge Menschen besonders positiv

Erfreulich ist die Entwicklung in den ostdeutschen Bundesländern. Dort steigt der Index von 27,4 auf 35,4 Punkte. Damit liegt er erstmals praktisch gleichauf mit dem Westen. Auch bei den jüngeren Befragten setzt sich der positive Trend fort. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen erreicht der Index 52,0 Punkte und steigt damit gegenüber der vorherigen Erhebung nochmals um 4,9 Punkte. Dazu Schellenberger: „Hier zeigt sich deutlich, wie Disruption Märkte und Verbraucherverhalten verändern kann. Denn die Haltung junger Menschen zu Aktienanlagen ist ganz sicher auch den Neobrokern zuzuschreiben, denen es besser als den Banken gelungen ist, die Jungen für sich zu gewinnen“.

Neobroker weiter auf dem Vormarsch

Diesen Trend bestätigt auch die Frage nach der Marktdurchdringung. Innerhalb von nur einem halben Jahr hat sich der Anteil derjenigen, die bei einem Neobroker oder einer Neobank ein Depot führen, von 24,3 auf aktuell 28,1 Prozent erhöht. Vor allem die Jüngeren bis 29 Jahren gehören mit 51,9 Prozent dazu. „Die Neobanken mit ihren smarten Apps und neuen Angeboten wie der Verzinsung von Kontenguthaben machen den Banken und Sparkassen inzwischen spürbar Konkurrenz.

Die Reaktionen darauf sind bereits zu sehen, denn auch die etablierten Häuser bieten inzwischen kostengünstige und einfache Trading-Apps an oder haben das Online-Banking ganz neu aufgestellt“, kommentiert Schellenberger.

Nutzung von KI bei der Geldanlage

Erstmals wurde vom DIVA bei der Befragung auch das Thema KI aufgegriffen. Rund 50 Prozent der Befragten gaben an, diese bereits zu nutzen, allerdings mit sehr unterschiedlichem Fokus. Knapp 25 Prozent setzen sie ein, um sich über Geldanlagen zu informieren und sich zu orientieren. Der Anteil derjenigen, die mit Hilfe der KI-Anlageempfehlungen eines Beraters hinterfragen liegt unter 10 Prozent. „Das sind plausible Ergebnisse“, kommentiert Oliver Mathais, Geschäftsführer des Bundesverbands der Assekuranzführungskräfte VGA, einer der Trägerverbände des DIVA, „denn wer sich beraten lässt, will sich ja gerade nicht die Mühe machen, zeitaufwändig zu recherchieren. Außerdem spielt in der Beratung immer auch Vertrauen eine große Rolle. Ein nachträgliches Hinterfragen spricht eher für Misstrauen“.

Deutliche Mehrheit will persönliche Beratung

Unverändert hoch ist mit 72,1 Prozent der Anteil derjenigen, die persönliche Beratung als notwendig erachten, um erfolgreich in Aktienanlagen zu investieren. „Wir hätten uns hier von der Politik beim Altersvorsorgedepot und bei der Frühstartrente mehr Realitätsbezug gewünscht. Denn beide Projekte gehen vom „Homo Oeconomicus“ aus, der seine Geldanlage rational eigenständig und ohne Beratung regelt. Das Gegenteil ist der Fall. Der Kostendeckel, das Zillmerverbot und die Beschränkung der Frühstartrente auf das Standardprodukt zeigen, dass hier Politik an der deutlichen Mehrheit der Bevölkerung vorbei gemacht wurde und wird. Das Mindeste wäre gewesen, für die Frühstartrente auch das Altersvorsorgedepot zuzulassen. Jetzt wird es wohl so kommen, dass vermutlich mehr als 90 Prozent der Finanzmittel im Staatsfonds der Bundesbank landen werden,“ kommentiert Mathais die Befragungsergebnisse im Kontext zur Politik.

Die Umfrage ist Teil der aktuellen Sommer-Ausgabe des Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) und wurde im Auftrag des DIVA von INSA-CONSULERE durchgeführt. Befragt wurden ca. 2.000 Personen in Deutschland. Alle Ergebnisse sind auf der Webseite des DIVA (http://www.diva.de/umfragen) zu finden.

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DIVA – Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung

Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) in Frankfurt am Main ist ein An-Institut der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) und versteht sich als Meinungsforschungsinstitut für finanzielle Verbraucherfragen. Es wird von vier namhaften Vermittlerverbänden getragen: dem Bundesverband Finanzdienstleistung AfW, VOTUM, dem Bundesverband Deutscher Vermögensberater (BDV) und dem Bundesverband der Assekuranzführungskräfte VGA. Die Wissenschaftliche Leitung liegt bei FHDW-Professor Dr. Oliver Schellenberger.

Deutscher Geldanlage-Index (DIVAX-GA); Deutscher Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV)

Im Rahmen seines Forschungsspektrums veröffentlicht das DIVA jeweils zweimal jährlich den Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) und den Deutschen Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV), die das Meinungsklima der Menschen in Deutschland in diesen Finanzthemen messen. Sie werden ergänzt durch Sonderbefragungen zu Themen der Vermögensbildung und Alterssicherung, häufig mit Unternehmenspartnern. Veröffentlichungen des DIVA und weitere Informationen unter www.diva.de. (http://www.diva.de/)

FHDW – Fachhochschule der Wirtschaft

Die private Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) wurde 1993 gegründet. Sie bietet an fünf Campussen Bachelor- und Masterstudiengänge in Betriebswirtschaft, Informatik und Wirtschaftsinformatik an – darunter duale, berufsbegleitende und Vollzeitprogramme. Außerdem gibt es eine berufsbegleitende Promotion (DBA). Neben der engen Verzahnung von Theorie und Praxis durch die Kooperation mit rund 800 Unter-nehmen bietet die FHDW kleine Studiengruppen, intensive Betreuung, effiziente Studienorganisation und attraktive Karrieremöglichkeiten. Im Wintersemester 2025/2026 sind an der gesamten FHDW rund 2.000 Studierende eingeschrieben. Sie werden von 38 Professoren und zahlreichen Lehrbeauftragten betreut. Seit ihrer Gründung hatte die FHDW 11.400 Absolventen. Weitere Informationen unter www.fhdw.de

Pressekontakt:

Prof. Dr. Oliver Schellenberger, Wissenschaftlicher Direktor
Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung
Kleiner Hirschgraben 10-12, 60311 Frankfurt/Main
Tel. 069 2562 6998-0
oliver.schellenberger@diva.de www.diva.de

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