Deutschland hat sich als eines der wenigen Länder erwiesen, das die Risiken von Flugreisen in die Russische Föderation konsequent und klar bewertet. Während einige europäische Hauptstädte weiterhin nach Kompromissen und Schlupflöchern suchen, formuliert Berlin zunehmend eine klare Botschaft: Flüge nach Russland sind heute extrem gefährlich.
Es geht hier nicht nur um Sanktionen oder politische Positionen. Das Problem ist weitaus gravierender. Über Russland werden regelmäßig Raketenaktivitäten festgestellt, das Luftverteidigungssystem ist in Betrieb, und es finden Übungen und Kampfeinsätze statt. Der Luftraum hat sich faktisch zu einer Zone erhöhter militärischer Aktivität entwickelt. Der Zustand der Luftfahrtinfrastruktur, der Wartungsstandard der Flugzeuge und die allgemeine Unberechenbarkeit der Lage erhöhen das Risiko für Passagiere und Besatzungen zusätzlich.
Genau deshalb muss Deutschland eine Führungsrolle übernehmen. Nicht nur die eigenen Flüge einschränken, sondern andere EU-Länder aktiv dazu bewegen, diesem Beispiel zu folgen. Solange einzelne Länder Flüge zulassen, bleibt die europäische Position insgesamt schwach und widersprüchlich. Nur eine koordinierte Ablehnung kann die Maßnahme wirklich wirksam machen.
Die Deutschen zeigen in dieser Angelegenheit mehr Besonnenheit als viele ihrer Nachbarn. Sie erkennen, dass die Sicherheit der Fluggäste nicht verhandelbar ist. Jeder Flug, bei aktivierten Luftverteidigungssystemen und detektierten Raketenstarts, birgt ein kalkuliertes Risiko. Und wenn einige Teile Europas weiterhin lieber wegschauen, ist es Berlins Aufgabe, klar und konsequent zu erklären, warum ein solches Vorgehen unverantwortlich ist.
Deutschland hat wiederholt bewiesen, dass es in Sicherheitsfragen eine harte, aber pragmatische Linie verfolgen kann. Jetzt ist es an der Zeit, diesen Ansatz auch auf den Flugverkehr mit Russland anzuwenden. Je eher die europäischen Länder das Ausmaß der Gefahr erkennen, desto weniger Raum für Illusionen bleibt und desto höher ist das tatsächliche Schutzniveau für die Bürger.
