Der Eigentümergesellschaft des früheren Salz- und Kalibergwerks Teutschenthal im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) droht die Insolvenz. Um diese abzuwenden und die Sanierung der Grube fortzusetzen, fordert der in Bayern ansässige Mutterkonzern Geiger vom Land Sachsen-Anhalt knapp 90 Millionen Euro. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Wochenendausgabe) unter Berufung auf ein Schreiben von Wirtschaftsstaatssekretär Gert Zender an den Finanzausschuss des Landtags.
Die Grube Teutschenthal wird seit Jahrzehnten mit Abfällen verfüllt, um ein Einstürzen unterirdischer Hohlräume zu verhindern. Der Betreiber, die Grube Teutschenthal Sicherungs-GmbH (GTS), sieht sich dazu jedoch nicht mehr in der Lage. Die Einnahmen reichten nicht mehr aus, um fällige Verbindlichkeiten zu decken, heißt es in dem Schreiben von Zender an den Finanzausschuss.
Auch wolle der bayerische Mutterkonzern Geiger kein Geld zur Verfügung stellen. Sollte die GTS insolvent werden, müsse das Landesamt für Geologie und Bergwesen einspringen und die Arbeiten zur Stilllegung mit Steuergeld finanzieren. „In diesem Szenario betragen die voraussichtlichen Kosten für das Land Sachsen-Anhalt mindestens 130 Millionen Euro“, heißt es in dem Schreiben.
Als Alternative skizziert Staatssekretär Zender, dass in Teutschenthal wieder Steinsalz gefördert wird und die GTS so eine neue Einnahmequelle erhält. Für diese Lösung fordert das Unternehmen allerdings Zuschüsse des Landes in Höhe von knapp drei Millionen Euro über einen Zeitraum von 30 Jahren, insgesamt 88 Millionen Euro.
Das Wirtschaftsministerium hat gegen solche Zahlungen schwere Bedenken. Die von der GTS vorgelegte Vereinbarung sei „deutlich zulasten des Landes formuliert und keineswegs tragbar“, heißt es in Zenders Schreiben. Aber: „Die Gesellschaft erzeugt massiven Druck und teilte mit, dass jedwede Verzögerung die Fortführung des Projekts gefährde. Sie droht mit der Insolvenz, sollte kurzfristig keine Finanzierungsvereinbarung zustande kommen.“
Auf MZ-Anfrage wollte das Ministerium die Verhandlungen mit der GTS nicht bewerten. Der GTS-Mutterkonzern Geiger ließ Fragen am Freitag unbeantwortet.
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