ESG und Geldwäscheprävention: Neue EU-Vorgaben und AMLA verändern Compliance-Anforderungen

Neue regulatorische Entwicklungen im ESG- und AML-Umfeld

Die europäische Regulierung entwickelt sich dynamisch weiter. Die Einführung der Anti-Money Laundering Authority (AMLA) sowie neue technische Regulierungsstandards (RTS) wirken sich direkt auf KYC- und KYCC-Prozesse aus. Parallel verändern Anpassungen der ESG-Berichtspflichten – etwa durch das sogenannte Omnibus-Paket – die Datenlage für Unternehmen erheblich.

Insbesondere stehen Themen wie Environmental Crime, Greenwashing als Financial-Crime-Risiko sowie neue Anforderungen an die Risikoanalyse im Fokus . Diese Entwicklungen führen dazu, dass ESG-Aspekte zunehmend Bestandteil regulatorischer Prüfungen und aufsichtsrechtlicher Erwartungen werden.

Herausforderungen für Unternehmen und Compliance-Funktionen

Für Unternehmen ergeben sich daraus konkrete Herausforderungen. ESG-Risiken müssen systematisch in bestehende Geldwäschepräventionssysteme integriert werden. Dazu gehören unter anderem:

Anpassung der Risikoanalyse und interner Sicherungsmaßnahmen
Erweiterung von KYC-Prozessen um ESG-bezogene Informationen
verstärkte Nutzung von Adverse Media Screening
Berücksichtigung verkürzter Aktualisierungsfristen im Risikomanagement

Zusätzlich entstehen neue Risikoszenarien, etwa durch Greenwashing oder intransparente nachhaltige Finanzierungen. Typische Red Flags können unklare Herkunft von Projektgeldern, zweifelhafte ESG-Zertifizierungen oder nicht nachvollziehbare CO?-Zertifikate sein. Unternehmen müssen diese Risiken erkennen und in ihre Überwachungs- und Kontrollsysteme integrieren.

Inhalte des Seminars „ESG und Geldwäscheprävention“

Das Seminar vermittelt die fachlichen Grundlagen sowie aktuelle regulatorische Entwicklungen im Bereich ESG und Geldwäscheprävention. Behandelt werden unter anderem:

• ESG-relevante Risiken im Kontext von Financial Crime
• Auswirkungen der AMLA und der EU-Geldwäscheverordnung auf Compliance-Prozesse
• Anpassung der Risikoanalyse und Governance-Strukturen
• Integration von ESG-Kriterien in KYC- und Monitoring-Systeme
• typische Fallkonstellationen und Red Flags
• Anforderungen an ESG-Due-Diligence bei veränderter Datenlage
• praktische Ansätze zur Verzahnung von ESG- und AML-Strategien

Darüber hinaus werden konkrete Umsetzungsfragen sowie praxisnahe Fallbeispiele behandelt, um die regulatorischen Anforderungen in den Unternehmensalltag einzuordnen.

Relevanz für verschiedene Zielgruppen

Die Anforderungen im Bereich ESG und Geldwäscheprävention betreffen unterschiedliche Funktionen innerhalb von Unternehmen. Besonders relevant ist das Thema für:

Compliance- und Geldwäschebeauftragte
Mitarbeitende in Anti-Financial-Crime-Einheiten
Fachkräfte aus Risikomanagement und Interner Revision
Rechtsabteilungen sowie externe Berater und Prüfer

Auch Fach- und Führungskräfte, die sich mit Nachhaltigkeit und regulatorischen Anforderungen befassen, sind von den Entwicklungen betroffen.

Referent

Ole Thies ist Head of Legal & Compliance bei einem Finanzdienstleister und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Geldwäscheprävention, regulatorische Anforderungen und Compliance-Management. Seine Tätigkeit umfasst insbesondere die Umsetzung aufsichtsrechtlicher Vorgaben in der Unternehmenspraxis.

Das Seminar „ESG und Geldwäscheprävention“ findet am 19. Juni 2026 als Online-Veranstaltung statt.