Köln. Der Evangelische Militärbischof für die Bundeswehr, Bernhard Felmberg, dringt auf eine Verstärkung der Militärseelsorge in der vergrößerten Bundeswehr. „Wenn auch bei einer größerer werdenden Truppe die hohe Zufriedenheit mit der Militärseelsorge erhalten bleiben soll, müssen wir mitwachsen“, sagte Felmberg dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitag-Ausgabe). „Das ist unser Wunsch.“ Bei der geplanten Erhöhung der Truppenstärke von derzeit 184.000 auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten bezifferte Felmberg die proportionale Erweiterung auf 42 Pfarrstellen. Die Gehälter der Militärpfarrerinnen und -pfarrer werden vom Staat bezahlt. Derzeit sind nach Felmbergs Angaben 100 evangelische Militärgeistliche in Deutschland tätig, vier im Ausland. Zwei weitere sind für die im Aufbau befindliche Litauen-Brigade vorgesehen. „Nach allen Erfahrungen mit den einvernehmlichen vertraglichen Regelungen zwischen Kirche und Staat bin ich mir sicher, dass die Ausweitung der Militärseelsorge nicht am Geld scheitert.“
Felmberg zeigte sich davon überzeugt, die zusätzlichen Dienstposten „ohne Weiteres“ besetzen zu können. „Wir beobachten seit Längerem einen Zug zur Militärseelsorge. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer erkennen darin eine wertvolle Arbeit, jenseits von der Last der Verwaltungs- und Bauaufgaben, die viele in der Gemeindeseelsorge zu tragen haben.“ Der seit 2020 amtierende Bischof hob die große Akzeptanz der Militärseelsorge in der Truppe hervor. „Mehr als 90 Prozent der Bundeswehr-Angehörigen sagen, Militärseelsorge sei absolut wichtig“, führte Felmberg unter Verweis auf eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus. Die Kirchenaustritte von evangelischen Soldatinnen und Soldaten lägen mit 0,3 Prozent bei einem Zehntel im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, so Felmberg.
Interview im Wortlaut: www.ksta.de/1284376
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