Finanzwissen und Sparbereitschaft bei Eltern: Frühstart-Rente als möglicher Impulsgeber

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Die meisten Eltern sparen bis zu 750 Euro pro Jahr, wichtigste Sparziele für Kinder sind Ausbildung/Studium sowie Führerschein

Erfolgsrezepte beim Sparen: Disziplin, Wissen, genügend Geld

Gesprächsanlässe: Einkaufen, Taschengeld und größere Ausgaben 

Finanzwissen ist ausbaufähig, Väter schätzen es besser ein als Mütter 

Die geplante Einführung der Frühstart-Rente bietet Familien eine neue Möglichkeit, frühzeitig für die finanzielle Absicherung ihrer Kinder vorzusorgen. Schon heute zeigen die aktuellen Ergebnisse des Anlegerbarometers, einer repräsentativen forsa-Online-Befragung von mehr als 1.000 Eltern im Auftrag von Union Investment, dass sie aktiv und regelmäßig sparen, um ihren Nachwuchs bestmöglich zu unterstützen. Gleichzeitig könnte die Frühstart-Rente – auch wenn die Bekanntheit noch ausbaufähig ist – dafür sorgen, dass Eltern auch ihr Finanzwissen gerade rund um Wertpapiere ausbauen. 

Aktuell haben nur drei von zehn befragten Eltern (30 Prozent) schon einmal von dem angedachten Vorhaben gemäß dem Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums von 2025 gehört oder etwas darüber gelesen, der Mehrheit ist das geplante Angebot jedoch unbekannt (68 Prozent). Wenn sie solch eine staatlich geförderte Altersvorsorge für ihr Kind abschließen wollten, würden 48 Prozent es selbstständig und online im Internet tun. Beinahe genauso viele (42 Prozent) würden eher über eine Bank oder einen Finanzdienstleister mit persönlicher Beratung abschließen. 

Die meisten Eltern sparen bis zu 750 Euro pro Jahr, wichtigste Sparziele für Kinder sind Ausbildung/Studium sowie Führerschein  

Aber auch ohne staatliche Unterstützung sparen die meisten Eltern für ihre Kinder.  70 Prozent geben an, regelmäßig Geld für ihre Kinder zurückzulegen. Weitere 15 Prozent sparen unregelmäßig für ihren Nachwuchs, 13 Prozent gar nicht. Die meisten Eltern, die sparen, legen zwischen 500 und 750 Euro pro Jahr für ihre Kinder zurück (24 Prozent). 18 Prozent schaffen es sogar, jährlich 1.500 Euro oder mehr zu sparen, wobei bei dieser Summe der Anteil der Väter etwas höher ist als der der Mütter (21 Prozent vs. 14 Prozent). 17 Prozent aller Eltern sparen höchstens 300 Euro jährlich. Hier ist der Anteil der Mütter, die diese Summe nennen, etwas höher als die der Väter. (19 vs. 15 Prozent). 

Die Sparziele der Eltern für ihre Kinder sind klar fokussiert: An erster Stelle steht mit 45 Prozent der Führerschein, dicht gefolgt von Ausbildung oder Studium mit 43 Prozent. Ein eigenes Auto ist für 24 Prozent der Befragten ein wichtiges Sparziel für den Nachwuchs, während lediglich 13 Prozent für die Altersvorsorge der Kinder sparen. 37 Prozent legen Geld für sie zurück, ohne ein konkretes Ziel zu benennen. Unterschiede zwischen Vätern und Müttern gibt es kaum. „Die Ergebnisse zeigen, dass viele Eltern konkret für die Zukunft ihrer Kinder sparen und ihnen damit ein finanzielles Startkapital an die Hand geben möchten, auch wenn die wenigsten bisher an die Altersvorsorge für das eigene Kind denken. Das könnte sich möglicherweise durch die im aktuellen Eckpunktepapier des Finanzministeriums geplante Frühstart-Rente ändern“, kommentiert Kerstin Knoefel, Leiterin Privatkunden bei Union Investment, die aktuellen Zahlen des Anlegerbarometers. 

Erfolgsrezepte beim Sparen: Disziplin, Wissen, genügend Geld  

Als wichtigsten Aspekt, um beim Sparen erfolgreich zu sein, nennen fast alle befragten Eltern Disziplin (94 Prozent) sowie Finanzwissen und ausreichend finanzielle Mittel (jeweils 91 Prozent). 81 Prozent sind der Meinung, dass es zum erfolgreichen Sparen beiträgt, dies in der Familie gelernt zu haben. Und so scheint es nur logisch, dass die Vermittlung von Finanzwissen vor allem als familiäre Aufgabe gesehen wird (90 Prozent). Auch die Schule sehen viele in der Verantwortung (77 Prozent), wohingegen Verbraucherorganisationen (29 Prozent), Finanzberater (23 Prozent) oder Medien (19 Prozent) weniger stark als verantwortlich wahrgenommen werden.  

Allerdings geben nur 29 Prozent der befragten Eltern an, von ihren eigenen Eltern gut oder sehr gut mit Finanzwissen versorgt worden zu sein. Viele haben von ihren Eltern Ratschläge wie „Kleinvieh macht auch Mist“ (58 Prozent) und „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ (57 Prozent) mit auf ihren Lebensweg bekommen. „Nicht alles auf eine Karte setzen“ wurde immerhin noch 38 Prozent der befragten Eltern empfohlen. Interessanterweise ist das der Ratschlag, den die meisten heute auch ihren eigenen Kindern mitgeben würden (78 Prozent). Aber auch „Investiere nie in etwas, das du nicht verstehst“ werden drei Viertel der Befragten (74 Prozent) ihren Kindern empfehlen. Den Ratschlag „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ haben zwar kaum Befragte von den eigenen Eltern bekommen (drei Prozent), allerdings würden immerhin 15 Prozent dies den eigenen Kindern raten. Vor allem Vätern liegt dieser mit 21 Prozent am Herzen.  

Gesprächsanlässe: Einkaufen, Taschengeld und größere Ausgaben 

Anlässe mit ihren Kindern über Geld zu sprechen, finden die meisten beim Einkaufen (92 Prozent) und wenn es um das Taschengeld (74 Prozent) sowie größere Ausgaben (67 Prozent) geht. Deutlich seltener wird darüber gesprochen, Geld anzulegen (43 Prozent). Insgesamt sprechen aber fast alle befragten Eltern (89 Prozent) mit ihren Kindern über Geld, besonders dem Grundschulalter. Lediglich elf Prozent führen keine Gespräche dazu mit dem Nachwuchs. Eltern von Jungen tun dies geringfügig mehr als Eltern von Mädchen (90 Prozent vs. 87 Prozent). „Der alte Spruch ‚Über Geld spricht man nicht‘ ist zum Glück nicht mehr gültig. Es zeigt sich, dass es viele Anlässe gibt, das Thema mit Kindern zu besprechen und dass diese auch genutzt werden. Möglicherweise könnte auch die Frühstart-Rente ein weiterer Anlass sein und bringt dann auch das Thema Geldanlage und Wertpapiere auf den Tisch“, meint Knoefel. Mehr als die Hälfte meint, dass es eine große Herausforderung ist, Kindern einen guten Umgang mit Geld zu vermitteln (56 Prozent). Gut ein Drittel der Befragten finden es hingegen einfach (38 Prozent).  

Finanzwissen ist ausbaufähig, Väter schätzen es besser ein als Mütter 

Möglicherweise betrachten es viele auch deswegen als Herausforderung, weil sie mit ihrem eigenen Finanzwissen hadern. Zwar schätzt insgesamt knapp ein Drittel der befragten Eltern es als sehr gut oder gut ein (29 Prozent). Gleichzeitig halten es aber ähnlich viele nur für ausreichend, mangelhaft oder gar ungenügend (27 Prozent). Bei dieser Selbsteinschätzung gibt es klare Unterschiede zwischen Müttern und Vätern. So schätzen nur 17 Prozent der befragten Mütter ihr Finanzwissen als sehr gut bzw. gut ein. Bei den Vätern sind es hingegen mit 39 Prozent mehr als doppelt so viele. Gut zwei Drittel der Mütter (38 Prozent) halten ihr Finanzwissen nur für ausreichend bis ungenügend. Bei den Vätern sind es nur 18 Prozent.   

Befragt nach einzelnen Themen rund um Geld und Finanzen sind sich die meisten beim Alltäglichen am sichersten: Beim Verwalten der Einnahmen und Ausgaben für den eigenen Haushalt geben sich 85 Prozent die Schulnote eins oder zwei. Beim Thema Zinsen meint mehr als die Hälfte der Väter und Mütter sich sehr gut oder gut auszukennen (55 Prozent). Weniger gut informiert fühlen sie sich rund um die Themen Vermögenswirksame Leistungen, Versicherungen oder die Definition von Rendite, bei allen drei Themen geben 36 Prozent sich selbst ein sehr gut oder gut.  

Bei der Frage, was Kinder rund um das Thema Geld und Geldanlagen spätestens dann wissen sollten, wenn sie die Schule verlassen, liegt als logische Folge dann auch der Überblick auf die eigenen Ausgaben und Einnahmen ganz vorn und wird von 92 Prozent erwartet. Über das Girokonto Bescheid zu wissen halten 89 Prozent für wichtig, sobald Kinder die Schule verlassen, und mit Versicherungen sollten sich Schulabgänger nach Meinung von 85 Prozent der Eltern auskennen. „Die Ergebnisse zeigen: Der Sparwille bei Eltern ist groß, die Herausforderungen in der Vermittlung von Finanzwissen bleiben jedoch. Das derzeit geplante Konzept der Frühstart-Rente könnte, wenn es wie im Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums umgesetzt wird, hier einen wichtigen Beitrag leisten, Familien einen einfachen und staatlich geförderten Weg zum langfristigen Vermögensaufbau zu eröffnen und Kinder frühzeitig für finanzielle Themen zu sensibilisieren – vor allem, wenn darüber gesprochen wird“, mein Knoefel. 

Die meisten Eltern nutzen Investmentfonds zum Sparen für ihre Kinder 

Bei der Frage, mit welcher Geldanlageform die Eltern regelmäßig sparen, liegen Investmentfonds vorne. Gut die Hälfte spart damit für den eigenen Nachwuchs (55 Prozent). 39 Prozent legen auf dem Sparbuch Geld zurück, bei 22 Prozent liegt das Ersparte für die Kinder auf dem Tagesgeldkonto. Dabei unterscheiden sich für die meisten Befragten (39 Prozent) die Erwartungen an die Geldanlage für Kinder nicht von denen an die eigene. Allerdings erwarten auch ähnlich viele (36 Prozent) mehr Sicherheit für die Geldanlage der Kinder als für die eigene. Ein Viertel der Befragten (25 Prozent) ist der Meinung, die Geldanlage für das Kind müsse kostengünstiger sein als die eigene.  

Studie  

Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Mai 2026 im Auftrag von Union Investment 1.005 Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.  

Die Union Investment Gruppe ist mit einem verwalteten Vermögen von 534,6 Milliarden Euro der Experte für Asset Management in der genossenschaftlichen FinanzGruppe und eine der größten deutschen Fondsgesellschaften. Rund 4.400 Mitarbeitende betreuen rund 1.300 Fonds für private und institutionelle Anleger. Insgesamt vertrauen Union Investment rund 6 Millionen Kunden ihr Geld an.